Angeblich Interesse an EDS
Spekulationen über Milliardenzukauf durch Telekom

Die Deutsche Telekom erwägt einem Zeitungsbericht zufolge einen Milliardenzukauf zur Stärkung ihrer angeschlagenen Geschäftskundensparte T -Systems. Spekulationen über eine mögliche Übernahme des texanischen IT Electronic Data Systems -Dienstleisters stoßen aber nicht nur bei Analysten auf Skepsis.

HB HAMBURG/BONN. Nach Informationen der "Financial Times Deutschland“ vom Dienstag führt der Bonner Konzern entsprechende Sondierungsgespräche. Die Telekom äußerte sich nicht zu dem Bericht. An der Börse setzten Aktien des Unternehmens ihre Rally fort und stiegen um 1,1 Prozent auf 15,34 EUR.

Die Gespräche seien eine Kehrtwende in der Strategie von Telekom - Chef René Obermann, hieß es in dem Bericht. T -Systems gehört wegen bröckelnder Gewinne zu den größten Problemen des Konzerns. Ursprünglich hatte Obermann nach einem Käufer für die Geschäftskundensparte gesucht – allerdings ohne Erfolg.

Aus Konzernkreisen hieß es, die Telekom sei nicht an einer Übernahme des IT-Dienstleisters interessiert. Das sei "abseitig“. Eine Übernahme von EDS wäre eine "komplexe Transaktion“, so Ulrich Trabert, Analyst des Bankhauses Metzler. Die Deutsche Telekom müsste EDS zunächst übernehmen und dann T -Systems in EDS integrieren. Zwar könnten dann Synergieeffekte gehoben werden. Trotzdem halte er, so Trabert, eine Übernahme für "eher unwahrscheinlich“. Denn sie würde im Konzern viele Kapazitäten binden. Das Risiko wäre groß, dass die Manövrierfähigkeit der Telekom dann negativ beeinflusst werde auch hinsichtlich der der Telekommunikaton.

Die angeblichen Überlegungen der Deutsche Telekom zeigen nach Ansicht der LBBW, wie verzweifelt die Deutsche Telekom inzwischen nach einem Partner für T -Systems suche. Die Pläne dürften noch nicht allzu ausgereift sein, vermutet Analyst Andreas Heinold. Zudem löse ein solcher Schritt keines der Probleme im Kerngeschäft.

EDS ist Nummer zwei im Markt für IT-Dienstleistungen und hat derzeit einen Börsenwert von rund 10 Milliarden Dollar – also knapp 7 Milliarden Euro. Die Telekom verfügt dem Bericht zufolge 2007 über einen freien Cashflow von 6,5 Milliarden Euro.

Um den Kauf zu finanzieren, würde sich die Telekom mit einem Finanzinvestor zusammentun, sagten informierte Personen. Nach der Verschmelzung mit T -Systems könnte die neue Tochter an die Börse gebracht oder weiterverkauft werden, hieß es.

Obermann hat seine Pläne für T -Systems bereits mehrfach geändert und damit Kunden verunsichert. Noch zu Jahresbeginn hatte der Telekom -Chef die Sparte insgesamt zur Disposition gestellt. Weil sich kein Käufer fand, sucht Obermann nun offiziell nach einem Partner für einen Teil des Großkundengeschäfts, den Bereich Systemintegration mit 18 000 Mitarbeitern.

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