Angebliche Preisabsprachen
US-Bundesstaaten gehen gegen Infineon und Co. vor

Angebliche Preisabsprachen bei Computerchips kommen Infineon und andere Produzenten teuer zu stehen. Nachdem bereits das US-Justizministerium den Herstellern eine Millionenstrafe auferlegt hatte und auch ein Vergleich mit Computerbauern die Kasse belastete, haben nun 34 US-Bundesstaaten für diesen Freitag eine Klage angekündigt.

HB SAN FRANCISCO/MÜNCHEN. Die kalifornischen Behörden wollen stellvertretend mit der Klage klären, ob die Unternehmen in der Zeit zwischen 1998 und 2002 die Preise künstlich hoch gehalten und so gegen Kartellgesetze verstoßen haben. Bei einer Verurteilung drohen Strafen in Höhe von mehreren Hundert Mill. Dollar. Neben Infineon sind von der Klage auch die Konkurrenten Micron Technology, Hynix Semiconductor, NEC Electronics, Mosel-Vitelic, Nanya Technology und Elpida Memory betroffen. Der New Yorker Staatsanwalt Eliot Spitzer hat sich in das Verfahren eingeschaltet.

Ein Infineon-Sprecher wollte sich am Freitag nicht zu den Vorgängen äußern. Eine Klage sei noch nicht eingegangen. Der Fall könnte unter Umständen den Gang der Infineon-Speicherchiptochter Qimonda an die New Yorker Börse erschweren, der noch vor September geplant ist.

Das US-Justizministerium hatte wegen des Verdachts von Preisabsprachen bereits im Jahr 2002 Ermittlungen eingeleitet, die zu mehren Hundert Mill. Dollar schweren Strafen gegen Infineon, Samsung, Hynix, Infineon, Elpida und andere Chip-Produzenten führten. Die Untersuchung begann nach einem scharfen Preisverfall für die in Computern und anderen Elektronikgeräten eingebauten Speicherchips. Die Verbilligung der Chips hatte eine Konsolidierungswelle in der Branche ausgelöst und einige Hersteller an den Rand der Pleite gebracht.

Auch eine Reihe von Computerherstellern hatten sich gegen die angeblichen Preisabsprachen ihrer Chip-Zulieferer gewehrt. Sie hatten Infineon und den koreanische Elektronikkonzern Samsung vor ein US-Gericht gezerrt. Um das Verfahren zu verkürzen, hatten sich die beiden Unternehmen im Mai mit den Klägern auf einen Vergleich geeinigt. Insgesamt bezahlten die beiden Technologiekonzerne 88 Mill. Dollar. Infineon übernahm dabei den kleineren Teil von knapp 21 Mill. Dollar.

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