Angebot an MetroPCS
Telekom findet Partner für die ungeliebte US-Tochter

Die Telekom hat wohl einen Fusionspartner für das kriselnde US-Mobilfunkgeschäft gefunden. Mit einem nachgebesserten Angebot überzeugte der Konzern die größten Aktionäre von MetroPCS.
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Frankfurt/Bonn/New YorkDie Deutsche Telekom will ihre kriselnde US-Mobilfunktochter mit einer höheren Mitgift doch noch unter die Haube bringen. Aktionäre des Fusions-Wunschpartners MetroPCS fürchten, in der Firmenehe mit T-Mobile USA den Kürzeren zu ziehen. Der Deal drohte auf der am Freitag geplanten Hauptversammlung in Texas deshalb zu platzen. Die Telekom legte daher in der Nacht zu Donnerstag nach und will die fusionierte Firma nun mit einem dickeren Finanzpolster ausstatten. Zwei große Metro-PCS-Aktionäre signalisierten daraufhin ihre Zustimmung zu der Fusion.

Analysten zufolge sind die Chancen auf ein Ja-Wort deutlich gestiegen. „Mit den Nachbesserungen geht die Telekom auf die größten Kritikpunkte der Aktionäre ein, weshalb die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass der Deal durchgeht“, sagte Heike Pauls von der Commerzbank. Die Metro-Eigner stimmen nun erst am 24. April über die Fusion ab.

Der größte MetroPCS-Aktionär deutete am Donnerstagabend an, er werde wohl auf die verbesserte Fusionsofferte eingehen: Die US-Investmentfirma Paulson & Co erklärte, sie müsse das neue Angebot vor einer endgültigen Entscheidung noch analysieren, beabsichtige aber eine Zustimmung. Paulson hält zehn Prozent an MetroPCS und war bisher einer der größten Kritiker der Fusion. Auch die Anlagefirma P. Schoenfeld Asset Management gab ihren Widerstand gegen das Fusionsvorhaben auf. Die verbesserte Offerte sei derzeit die beste Alternative für die MetroPCS-Aktionäre, erklärte der Investor, der 2,5 Prozent an der US-Mobilfunkfirma hält.

Auf lange Sicht strebt der Bonner Konzern weiterhin einen Rückzug aus den USA an. Die Börsennotierung von MetroPCS ist zentraler Bestandteil dieser Strategie: Dadurch kann die Telekom ihren Anteil später über den Aktienmarkt reduzieren.

Die neue Offerte sieht vor, dass der kombinierten Firma deutlich weniger Schulden von T-Mobile USA aufgebürdet werden. Der Betrag werde um 3,8 Milliarden auf 11,2 Milliarden Dollar reduziert, teilte die Telekom mit. „Dies führt im Ergebnis zu einer höheren Eigenkapital-Ausstattung der fusionierten Gesellschaft.“ Zudem werde der Zinssatz, den die neue Firma an die Telekom zahlen muss, um einen halben Prozentpunkt gesenkt. Das neue Angebot sei endgültig, weitere Verbesserungen ausgeschlossen. Die Telekom sicherte nun auch zu, in den ersten 18 Monaten nach Vollzug des Deals keine Aktien der fusionierten Gesellschaft über die Börse abzustoßen. Eigentlich waren dafür nur sechs Monate vorgesehen. Bevorstehende Verkäufe von Großaktionären sind immer wieder eine Belastung für den Kurs börsennotierter Firmen.

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  • Das wird wohl wieder nicht klappen, in den USA eingesetzte Milliarden NICHT zu versenken. Ist schon anderen Großkonzernen widerfahren, aber die Telekom toppt alles. Ist auch schwer, als Kartoffelbauern zu versuchen, mit dem Raubrittertum mitzuhalten. Die ersten Fehler der ehemaligen "Elite"-Politiker waren so schwerwiegend, daß in der Folge nur noch weitere Fehler gemacht werden können. Insgesamt wird es wohl für die Bevölkerung der BRD sehr teuer. Aber, wir habens ja, noch.

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