Angeschlagener Warenhauskonzern will sich von Randaktivitäten trennen
Karstadt-Quelle plant Verkauf von DSF

Europas größter Warenhauskonzern Karstadt-Quelle wird womöglich in den nächsten Monaten seine Beteiligung am Deutschen Sportfernsehen (DSF) an den Mitgesellschafter EM.TV verkaufen. EM.TV stehe in Übernahmegesprächen mit den Essenern, hieß es aus Verhandlungskreisen.

hps/cs DÜSSELDORF/MÜNCHEN. Beide Unternehmen halten derzeit jeweils einen Anteil von rund 40 Prozent an dem Spartenkanal, die restlichen Anteile liegen bei dem Investor Hans-Dieter Cleven. Karstadt-Quelle hingegen dementiert Verkaufsabsichten. Eine Veräußerung sei in absehbarer Zeit nicht geplant, sagte ein Sprecher. Das 1993 gegründete DSF hatte vor kurzem angekündigt, erstmals in diesem Jahr einen Gewinn zu erzielen.

Der seit zwei Monaten amtierende Karstadt-Quelle-Vorstandschef Christoph Achenbach hat nach Angaben aus Unternehmenskreisen sämtliche Randaktivitäten des Konzerns auf den Prüfstand gestellt. Er folge damit dem Auftrag von Aufsichtsratschef Thomas Middelhoff, der seit kurzem die Sanierung des Handelsriesen überwacht.

Bis Mitte August wolle Achenbach entscheiden, ob sich der Konzern außerdem aus dem Joint Venture mit der US-Kaffeehauskette Starbucks zurückzieht, hieß es bereits kürzlich in Unternehmenskreisen. Ein Verkauf der erst im vergangenen Jahr erworbenen Fitness-Kette „24 Hours Fitness“ stehe ebenso zur Entscheidung wie die Schließung unrentabler Warenhäuser.

Nach Ansicht von Experten hatte sich Achenbachs Vorgänger Wolfgang Urban mit dem Zukauf von Randaktivitäten verzettelt. Der Konzern schaffte im vergangenen Jahr nach einem Umsatzrückgang nur noch eine schwarze Null. Für dieses Jahr hatte der Vorstand zuletzt sogar einen operativen Verlust für möglich erklärt.

Ein Verkauf der profitablen Beteiligung an DSF, die Karstadt-Quelle erst 2003 für rund zehn Mill. Euro erworben hat, würde der Unternehmenskasse allerdings kurzfristig nicht zugute kommen. Die Vertragsvereinbarungen sehen vor, dass ein vor 2006 erzielter Gewinn aus dem Verkauf von DSF-Anteilen an den Insolvenzverwalter von Kirch Media abgeführt werden muss.

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