Angriff auf Bunte und Gala
Bauer plant deutsche Ausgabe des People-Magazine

Bekommen Bunte und Gala bald ernstzunehmende Konkurrenz? Die Bauer Media Group plant offenbar eine deutsche Lizenzausgabe des amerikanischen People-Magazine. Diese hätte gegenüber den anderen Zeitschriften einen Vorteil.
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Es wäre schon jetzt der Magazinlaunch des kommenden Jahres. Das People-Magazine gehört zum Verlags-Riesen Time Inc. und ist als Zeitschrift über Promis und Celebritys seit Jahrzehnten eine Macht in den USA. Die verkaufte Print-Auflage liegt bei 3,5 Millionen Ausgaben in der Woche. Die Marke erreiche 58 Millionen Konsumenten in den USA, sagt Time Inc. Bauer ist in den USA ein Mitbewerber von Time Inc. und gibt erfolgreich u.a. die Magazine InTouch und das Jugendblatt J-14 heraus.

Nun spielt es erfahrungsgemäß keine riesige Rolle bei den hiesigen Lesern, wie bekannt eine amerikanische Marke in Amerika ist – der deutsche Markt zählt. Aber: Vor People dürften Bunte und auch die Gala jetzt schon leicht zittern. Die Bauer-Führungscrew hat mit der Einführung von Titeln wie InTouch und Closer bewiesen, dass sie People-Magazine neuer Bauart kann. Mit Junkersdorf beauftragt sie ihren Top-Journalisten mit dem Job. Zudem hätte Bauer als Lizenznehmer auch Zugriff auf People-Geschichten aus den USA. Hochzeiten von Clooney, Pitt/Jolie und Co. würden dann wohl künftig eher bei People Deutschland laufen als in Bunte oder Gala.

Als Chefredakteur soll bereits in wenigen Wochen Tom Junkersdorf loslegen. Der ist im Verlag noch Chefredakteur des People-Magazins Closer. Junkersdorf war zuvor u.a. Chefredakteur der Jugendmarke Bravo. Er hat für Bauer bereits diverse Zeitschriften mit entwickelt. Dem Vernehmen nach wird der bisherige Chefredakteur von InTouch, Tim Affeld, Junkersdorfs Nachfolger bei Closer. Zu Spekulationen nehme die Bauer Media Group grundsätzlich keine Stellung, hieß es auf MEEDIA-Nachfrage.

Yvonne Bauer, die Verlegerin der Bauer Media Group, fährt bereits seit einiger Zeit eine dezidierte Angriffsstrategie. Sie kaufte Verlage im Inland (MVG) und Ausland (Australien) hinzu. Bauer Media setzt dabei gezielt auf gedruckte Magazine, unternahm zuletzt jedoch auch Investitionen in digitale Geschäftsfelder.

Ein Start von People in Deutschland wäre ein besonderer Coup für Bauer. Zum einen, weil große Magazin-Starts generell eher selten geworden sind. Das People-Segment bietet sich noch am ehesten an für neue Objekte, obwohl es bereits ziemlich besetzt ist. Zum anderen böte Bauer den Kollegen von Burda und Gruner+Jahr die Stirn im High-End People-Segment. Der traditionell vertriebsorientierte Verlag dürfte damit – ähnlich wie mit dem Kauf der Cosmopolitan in Deutschland – auch stärker auf dem Anzeigenmarkt in Erscheinung treten.

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