Angriff auf Twitter
Instagram steigt ins Videogeschäft ein

Der Foto-Dienst Instagram setzt ab sofort auf Videos. Das von Facebook übernommene Unternehmen greift damit Twitter und Youtube an – dabei bleibt unklar, wie Instagram profitabel werden soll. Die Börse reagiert negativ.
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Menlo Park„Wir müssen mit Video das machen, was wir schon mit Fotos gemacht haben“. Wenn Instagram-Mitgründer Kevin Systrom sein Versprechen wahr macht, werden Twitter und Googles Youtube ein Problem bekommen. Seit heute können die 130 Millionen monatlichen Nutzer des Fotodienstes auch Videos auf die Webseite hochladen. Doch was die Nutzer erfreuen wird, ist für die Aktionäre der Muttergesellschaft Facebook erst mal ein Dorn im Auge. Noch ist nicht klar, wie mit dem Dienst Geld zu verdienen ist.

„Wir haben vor zweieinhalb Jahren Video zurückgestellt, um uns auf Fotos zu fokussieren“, erklärte Systrom auf einer Presseveranstaltung im Facebook-Hauptquartier in Menlo Park. Doch das habe sich nun geändert. Seit heute lassen sich auf Instagram Videos mit einer Länge von bis zu 15 Sekunden einstellen. Das ist mehr als doppelt so lang wie beim Konkurrenzdienst Vine von Twitter mit sechs Sekunden.

Ein Basissatz an Editierfunktionen und 13 neue Filter speziell für Videos runden das Programm ab. Das Startbild des Videos kann frei gewählt werden, womit es in der Instagram-Timeline attraktiver platziert werden kann. Das erste aufgenommene Bild eines Videos ist oftmals eher langweilig.

Mehrere Sequenzen lassen sich hintereinander aufnehmen und verwackelte Aufnahmen im Nachhinein per Software stabilisieren. Bei einem ersten Test vor Ort funktionierte das bei mäßig verwackelten Aufnahmen sogar erstaunlich gut. Während der Wiedergabe des Videos lässt sich die Wirkung der verschiedenen Filter am Bildschirm kontrollieren, wobei sich nahtlos zwischen den Filtern hin und her springen lässt.

Video für Instagram ist ein attraktives Angebot und ein direkter Angriff auf Twitter. Dessen Videodienst Vine hat nach Unternehmensangaben mittlerweile 13 Millionen Nutzer und nach Erhebungen des Analysedienstes Topsy werden täglich im Schnitt zwölf Millionen Vine-Videos hochgeladen.

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Investitionen ohne Umsatz

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