Anhörung bei Medienkommission KEK
Springer droht Kartellamt mit rechtlichen Schritten

Im Ringen um die Übernahme des Fernsehkonzerns Pro Sieben Sat 1 wird Axel Springer rechtliche Schritte einleiten, sollte das Bundeskartellamt die Fusion ablehnen. Springer übte massive Kritik am Vorgehen der Kartellwächter.

DÜSSELDORF. Im Ringen um die Übernahme des Fernsehkonzerns Pro Sieben Sat 1 wird Axel Springer rechtliche Schritte einleiten, sollte das Bundeskartellamt die Fusion ablehnen. Nach Informationen des Handelsblatts haben sich darauf Springer-Chef Mathias Döpfner und der Verkäufer der Sendergruppe, Haim Saban, geeinigt. Die Wettbewerbsbehörde will bis 27. Dezember über die 4,25 Mrd. Euro schwere Übernahme entscheiden.

Springer übte massive Kritik am Vorgehen der Kartellwächter. „Es gibt Voreingenommenheit und Willkür bei der Auswertung der Fakten“, hieß es in der Konzernzentrale. Es war von „schlampigen Recherchen“ und „Ergebnissen auf dem Niveau eines Pro-Seminars“ die Rede.

Das Kartellamt lässt die Polemik kalt. „Wir führen das Verfahren auf einer sachlichen Basis“, sagte ein Sprecher. Derzeit prüft die 6. Beschlussabteilung der Behörde die am Donnerstag eingegangene Stellungnahme von Springer. Das Kartellamt hält die Übernahme derzeit für nicht genehmigungsfähig, weil sie ein „wettbewerbsloses Duopol“ mit der Bertelsmann-Tochter RTL schaffe.

In der TV-Branche sind nicht alle schlecht auf Springer zu sprechen. „Ich glaube, dass sich Springer im Gegensatz zu Saban besser an die Marktregeln hält“, sagte Medienunternehmer Herbert Kloiber dem Handelsblatt.

Heute wird sich die Medienkommission KEK mit Springer und den beteiligten Medienanstalten zu einer zweiten Anhörung treffen. Konzernchef Döpfner will nach Unternehmensangaben einen siebenköpfigen Programmbeirat für die Sender anbieten, um die Bedenken der KEK auszuräumen. Die Besetzung des Gremiums soll nur mit Zustimmung der Medienanstalten möglich sein.

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