Anklage gegen Hewlett Packard angekündigt
Spionageskandal bei HP beschleunigt sich

Der Spionageskandal beim US-Computerkonzern Hewlett Packard gewinnt an Tempo. Nachdem zwei Top-Manager bereits von ihren Posten zurückgetreten sind, hat nun auch noch die kalifornische Staatsanwaltschaft eine Anklage angekündigt. Sie habe ausreichend Beweise gesammelt.

HB SAN FRANCISCO. „Wir haben derzeit ausreichend Beweise, um gegen Mitarbeiter innerhalb von HP sowie gegen Vertragspartner außerhalb der Firma Anklage zu erheben“, sagte Generalstaatsanwalt Bill Lockyer in einem Rundfunkinterview am Dienstag. In der Affäre seien verschiedene Verbrechen begangen worden. So hätten sich unter anderem Leute unrechtmäßig Zugang zu Computerdaten mit persönlichen Informationen verschafft. Außerdem hätten sich Menschen mit falschen Identitäten getarnt. Beides sei strafbar, erklärte Lockyer.

Der Spionageskandal hatte bereits personelle Konsequenzen in der Führungsspitze. Am Dienstag traten die unter Beschuss geratene Aufsichtsratvorsitzende Patricia Dunn und der als Informant der Medien enttarnte Direktor George Keyworth zurück. Die beiden gelten als die Schlüsselfiguren der Affäre. In dem Fall geht es einerseits um die unautorisierte Weitergabe von Einzelheiten über die Beratungen im HP-Direktorium zum Rücktritt von Firmenchefin Carly Fiorina. Andererseits geht es um die umstrittenen Ermittlungen, die HP bei Detektiven in Auftrag gegeben hat, um dieses „Leck“ im Direktorium aufzuspüren. Die Aufsehen erregenden Affäre beschäftigt auch in immer größerem Umfang die US-Justiz. HP erklärte, vollständig bei den Ermittlungen zu kooperieren.

Die 53-jährige Dunn verteidigte ihre Entscheidung, nach der Herkunft der durchgesickerten Informationen suchen zu lassen. Sie entschuldigte sich aber für die Methoden, die die engagierten Privatdetektive angewendet hatten. Die Verfahren seien unangemessen gewesen, sagte Dunn. „Sie gingen über das hinaus, was wir erwartet hatten.“

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