Anleger unzufrieden mit Ausblick
Peoplesoft-Kauf hübscht Oracle-Zahlen auf

Software-Riese Oracle hat seinen Gewinn im ersten Geschäftsquartal dank der Übernahme des Konkurrenten Peoplesoft gesteigert. Die Anleger waren jedoch von der Umsatzprognose für das laufende zweite Quartal enttäuscht, was die Aktie nachbörslich um knapp fünf Prozent sinken ließ.

HB SAN FRANCISCO. Der Nettogewinn sei in den drei Monaten bis zum 31. August um 2 Prozent auf 519 Millionen Dollar oder zehn Cent je Aktie gestiegen, teilte der SAP-Konkurrent am Donnerstag nach US-Börsenschluss mit. Vor Sonderposten sei ein Gewinn von 14 Cent je Aktie angefallen, was im Rahmen der Analystenerwartungen lag. Der Nettoumsatz kletterte von 2,22 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum auf 2,77 Milliarden Dollar und blieb damit hinter den Erwartungen von Analysten zurück. Diese hatten im Schnitt mit 2,94 Milliarden Dollar gerechnet.

Oracle will sein Geschäft auch durch Firmenkäufe ausweiten. Große Übernahmen wie in der jüngsten Vergangenheit kommen für CEO Larry Ellison aber nicht in Frage. Er sagte, das Unternehmens werde sich stattdessen auf die Entwickung neuer Produkte konzentrieren. Seit Januar schloss das Unternehmen sieben Übernahmen ab, einschließlich des Kaufs von Peoplesoft für 10,6 Milliarden Dollar. In der vergangenen Woche kündigte Oracle zudem an, den kleineren US-Wettbewerber Siebel Systems übernehmen zu wollen.

Der Lizenzumsatz im Geschäft mit Anwendersoftware stieg im Berichtsquartal um 84 Prozent auf 127 Millionen Dollar. Bei Datenbank-Software konnte dagegen das Unternehmens den Lizenzumsatz lediglich um 1 Prozent auf 492 Millionen Dollar steigern. Analyst Charlie Di Bona vom Brokerhaus Sanford Bernstein sagte, er sei besorgt wegen des schwachen Lizenz-Wachstums im Geschäft mit Datenbank-Software, da dieses das Stammgeschäft des Unternehmen sei. Die Lizenzumsätze werden von Analysten mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgt, weil sie als Indikatoren für künftiges Umsatzwachstum gelten.

Für das laufende zweite Quartal prognostizierte Oracle-Finanzchef Greg Maffei mit rund 19 Cent je Aktie einen Gewinn vor Sonderposten im Rahmen der Analystenprognosen. Der Umsatz werde zwischen 3,37 Milliarden und 3,46 Milliarden Dollar liegen. Hier hatten Analysten zuletzt im Schnitt mit 3,46 Milliarden Dollar gerechnet. Entsprechend sackten Oracle-Aktien nachbörslich um knapp fünf Prozent ab auf 12,86 Dollar. An der Nasdaq hatten die Papiere mit 13,52 Dollar geschlossen.

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