Anleger warten auf Geld
Klage gegen Debi Select

Anleger des Fonds Debi Select, der indirekt Gelder in Teldafax investiert hatte, erfahren fast täglich neue Schreckensmeldungen. Widersprüchliche Angaben und ein seltsames Beziehungsgeflecht machen den Durchblick schwer.
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LandshutDer ehemalige Großaktionär des seit Juni 2011 insolventen Stromhändlers Teldafax, Debi Select, gerät offenbar immer mehr in Zugzwang. Wie die Münchener Kanzlei CLLB dem Handelsblatt bestätigte, hat sie vor dem Amtsgericht Landshut Klage gegen Debi Select eingereicht. Der Grund: Ein Anleger des Fonds hatte bereits im September 2010 seine Beteiligung gekündigt. Bis heute aber zahlte Debi Select kein Geld zurück. Dabei beträgt die Streitsumme nur 4000 Euro.

Debi Select-Sprecher Michael Oehme teilte auf Anfrage mit, der Anleger habe sein Geld noch nicht erhalten, weil der Jahresabschluss 2010 noch nicht testiert worden sei. Er nannte keinen Termin, wann dies geschehen solle.

Der Fall wirft erneut ein Schlaglicht auf die finanzielle Situation der Debi Select Fonds. Nach Angaben von Geschäftsführer Josef Geltinger waren in den vergangenen Jahren rund 70 Millionen Euro der Debi Select-Anleger indirekt an den taumelnden Stromhändler Teldafax geflossen.

Im März 2011 erklärte Geltinger, er habe durch eine Umwandlung der Forderungen in Aktien und einen anschließenden Verkauf dieser Aktien an einen ausländischen Finanzinvestor die Fonds stabilisiert. Unternehmenssprecher Oehme sagte, Debi Select habe mit dem vereinbarten Erlös aus der Veräußerung die in Teldafax gebundenen Mittel wieder zur freien Verfügung. Die Debi Select Gruppe plane nun eine Abwicklung der Fonds zum 31. Dezember 2011. Geltinger sagte, die Anleger könnten sich auszahlen lassen oder in einen neuen Fonds namens Intevo wechseln.

Doch in den vergangenen Wochen wuchsen die Zweifel an diesen Plänen. Nach Angaben eines Vertreters des Investors, der die Teldafax-Anteile von Debi Select kaufte, ist nie ein Kaufpreis geflossen. Und der neue Fonds, Intevo, wurde am 16. August vom Handel ausgesetzt. Die Finanzmarktaufsicht Liechtenstein erklärte, es gebe Hinweise, die aufsichtsrechtliche Schritte notwendig machten.

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