Anrüchige Schlagworte

Amazon knickst vor Bettina Wulff

Die ehemalige First-Lady will Gerüchte über eine angebliche Rotlicht-Vergangenheit tilgen und zieht gegen Google vor Gericht. Online-Händler Amazon gibt dagegen vorauseilend nach – und löscht zwielichtige Schlagworte.
Update: 12.09.2012 - 13:07 Uhr 20 Kommentare
Das neue Buch von Bettina Wulff: Amazon löscht Lästereien. Quelle: Reuters

Das neue Buch von Bettina Wulff: Amazon löscht Lästereien.

(Foto: Reuters)

Düsseldorf„Callgirl“, „Hure“ oder „Prostitution“: Das sind Schlagwörter, die Kunden von Amazon mit dem neuen Buch von Bettina Wulff verknüpft haben. Doch der Online-Versandhändler lässt das nicht mehr zu. Die schlüpfrigen Verknüpfungen werden von Amazon gelöscht.

Bettina Wulff verklagt derzeit den Suchmaschinenbetreiber Google. Die Ehefrau des Ex-Bundespräsidenten Christian Wulff will gerichtlich verbieten lassen, dass bei Suchanfragen zu ihrem Namen Begriffe wie „Escort“ oder „Prostituierte“ ergänzt werden. Google weigert sich bislang, entsprechende Suchvorschläge zu löschen.

Das Versandhaus Amazon zieht hingegen Konsequenzen und entfernt anrüchige Schlagworte, die auf der Angebotsseite für Wulffs Buch angezeigt werden. Nutzer können die sogenannten „Tags“ (Schlagwörter) mit Artikeln verbinden. Dies soll die Suche nach Produkten erleichtern.

„Wir haben Regeln für die Tag-Nutzung“, teilt eine Amazon-Sprecherin Handelsblatt Online auf Anfrage mit. „Diese Regeln beinhalten, dass keine ordinären oder obszönen Ausdrücke, aufhetzende oder böswillige Tags verwendet werden.“ Werde Amazon darüber informiert, dass Nutzer gegen diese Bedingungen verstoßen, reagiere der Konzern umgehend, wie auch in diesem Fall.

Bettina Wulff will mit der Klage gegen Google hartnäckigen Gerüchten über eine Vergangenheit im Rotlicht-Milieu entgegenwirken. Der US-Internetgigant verweist hingegen auf seinen Suchmaschinen-Algorithmus, der etwa nach den häufigsten Eingaben der Nutzer die Vorschläge generiere.

Auf der Webseite von Amazon sind dagegen sämtliche Andeutungen auf eine Rotlicht-Vergangenheit von Bettina Wulff getilgt. „Da derzeit jedoch manche Begriffe erneut eingestellt werden, kann es sein, dass diese kurzfristig wieder auf der Detailseite erscheinen“, schränkt die Amazon-Pressesprecherin ein.

Derzeit sind auf der Angebotsseite zu dem Wulff-Buch lediglich Schlagworte wie „Wer kauft den Mist“, „Geltungssucht“, oder „niveaulos“ zu finden. Auch Begriffe wie „Ehrensold“, „Lügen“ oder „Unverschämtheit“ haben Nutzer mit dem Buch verbunden. Hier sieht das Versandhaus offenbar keinen Handlungsbedarf. Auch das Schlagwort „Ich sage nein zu diesem Buch“ gilt als unbedenklich.

Bettina Wulff sollte Recht bekommen

Indirekt geht die Lästerei aber weiter. Nutzer haben Bücher wie „Nutten küsst man nicht“ oder „Teufelskreis Prostitution: Ich habe den Ausstieg geschafft“ mit dem Schlagwort Bettina Wulff versehen. Die Rezensenten bei Amazon treffen jedenfalls ein vernichtendes Urteil über die Autobiographie: Sie vergeben nur 1,5 von fünf möglichen Sternen.

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20 Kommentare zu "Anrüchige Schlagworte: Amazon knickst vor Bettina Wulff"

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  • im Gegensatz zu andere Kommentatoren finde ich es äusserst begrüßenswert, dass Bettina Wulff das Buch schrieb, auch wenn viele meinen, sie habe sich selbst damit geschadet. Ob letzteres wirklich zutrifft - ich bezweifle es - wird sich erst in der Zukunft zeigen . Sie hat jedenfalls damit unzähligen Google-Opfern , und nicht nur diesen sondern auch den Staat einen riesigen Gefallen getan. Google ist längst zu einem Erpressungs-Werkzeug mutiert,welches durch professionelle IT-Fachkräfte nicht nur zu Zwecken der Meinungsmanípulation sonder auch zu Zwecken einer schleichenden ZENSUR durch programmierten Rufmord mutiert ist, was zwar bisher in der Öffentlichkeit (noch) nicht bekannt ist, aber auf letzeres kann es nicht ankommen.

  • Vielleicht sollte das Ehepaar Wulff mal eine 5jährige Reise durch die USA machen oder besser 10 Jahre Erlebnisferien auf der Halbinsel Kamschatka. Wenn sie zurückkommen, sind sie vergessen und können neu anfangen, nur die Politik und die Medien sollten sie künftig meiden.

  • Wenn ich will, dass Niemand mehr über mich redet, dann verhalte ich mich mucksmäuschenstill! Die Presse vergisst ja bekanntlich schnell!

    Aber nein! Sie schreibt ein Buch. Daran merkt man schon ihre Geltungssucht. Ich habe das Buch nicht gelesen und habe es auch nicht vor. Diese Frau interessiert mich nicht die Bohne!

  • Gott, du armer Wicht kriechst ja mit deinem Märchen vom " rechten Rotz" durch alle Foren, wie es scheint mit dem selben dummdreisten kopierten Text. Ich habe niemals Links zu rechtsradikalen Seiten bei einem Wulffblog gelesen oder bemerkt. Wahrscheinlich suchst du direkt danach um dein Feindbild bestätigt zu sehen. Idiot! Vieleicht kriegt ihr mal auf die Reihe , wer denn nun "schuld" sei für die Misere der gefallenen Wulff. - Die CDU selber, die Oppasition, Künast, ihr Mann, die " Rechten", die Medien, ihr Verlag, der Pabst, Merkel, Homer Simpson oder Schneewittchen ? *gähn*

  • Das einzige, was an Pöbel rumschwirrt, ist das, was ständig die ganze Gruppe der Rezensenten verunglimpft, die das Buch vollkommenen Schund finden. Das ist keine Beleidigung. Eine Beleidigug ist, wenn Tölpel pauschal alle diffamieren als MOB, Pöbel oder Hetzjagd. ich habe fast alle Rezensionen gelesen und kaum wirklich mal eine echte Beleidigung gelesen und die, die da betrügerisch mit 2-Nicks auf Amazon 5 Sterne aus "Protest" geben, sind ja echt nicht mehr ganz dicht. Die allermeisten davon üben da nur Userhäme aus, die ebenfalls gelöscht gehörte nach den AGB. Die sollten sich lieber die Bravo kaufen.

  • Die einzigen, dei es eben nicht gelsen hben sind die paar Jubler, die alle mit den selben Rechtschreibefehlern aufwarten und Worthülsen. Ein Glück, dass Amazon solche ags nicht auch bei der " Geschichte der O " oder " Lady Chatterly" gelöscht hat. Die Bücher wären e verkauft worden, was für ein scheinheiliges Getue. Dises Bavotagebuch eines Politgroupies ist sprachlich unterste Schublade und da die wenigen Informatonen schon im Vorfeld überall gedruckt waren und in Interviews standen, kann man sich auch ein Bild machen ohne dafür 20 Euro zu verschenken. Einige ältere Herren sollten sich nicht zu früh freuen. Auf den ganzen 8 Seiten zu den Gerüchten steht absolut nichts. Kauft euch lieber den Playboy.

  • Entsetzlich -- diese Einstellung.Ein Gerücht mache ich öffentlich im Internet, damit dann alle etwas dazu sagen können, ohne etwas zu wissen !!!Ist ja Denunzierend wie im Mittelalter bei den Hexen-Verfolgungen. Ich veröffentliche über Sie persönlich auch ein Gerücht im Internet -viel FGreude !!

  • Man weiß ja, WO das herkommt. Alles wie gehabt:
    Die Zeitungs-Foren sind VOLL mit direkten LINKS zu den Rechtsrotz-Ecken mit neuesten Anschüttungen, zu den halblustigen AMAZON-Tags, zum titanic-magazin, wo angebliche EX-Freier ihre eidesstattlichen Erklärungen eintippseln können - und mit ihren unsäglichen BEIWAGERLN (wie Konken und Kocks), die sich Aufmerksamkeit heischend eine Scheibe Bettina Wulff abschneiden und ihre eigene Unwichtigkeit damit aufpeppen. Entlarvend, wie viele wichtige Wichtelmännchen das Bedürfnis haben, sie weiter öffentlich anzuschütten und in die Schranken zu weisen.

    P.S.: Die rechtsrechten "Rentner-News" melden HEUTE exklusiv, dass ihnen DIE eidesstattlichen Erklärungen von angeblichen EX-Freiern anvisiert wurden, nach denen sich BILD + Co so sehr gesehnt haben. Fortsetzung folgt.
    *eklig*

  • eine schande das handelsblatt sich mit diesem thema auseinander setzt. sie haben mich als leser verloren.

  • Google sollte nicht dessen Suchalgorithmus aufgrund einer Anzeige von Bettina Wullf ändern. Ist es denn Google's Schuld, dass Millionen Menschen Bettina Wullf mit "Prositution" und "Rotlichmilieu" in Verbindung bringen? Wohl kaum!
    Schließlich gibt es nicht umsonst das Sprichwort: "In jedem Gerücht steckt ein fünkchen Wahrheit." Google sollte standhaft bleiben.

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