Anstehende Versteigerung
Google zeigt Interesse an US-Funklizenzen

Der Internetkonzern Google hat erstmals offiziell Interesse am Erwerb von Mobilfunkfrequenzen geäußert. Kommendes Jahr werden einige versteigert, die sich zum Aufbau eines offenen Breitbandnetzes nutzen lassen. Google greift damit das Kerngeschäft der Mobilfunkkonzerne an.

DÜSSELDORF. In einem offenen Brief an den Vorsitzenden der US-Telekommunikationsbehörde FCC, Kevin Martin, stellte Googles CEO Eric Schmidt allerdings Ende vergangener Woche auch Bedingungen, bevor er bereit sei, über 4,6 Mrd. Dollar für Mobilfunkfrequenzen auszugeben. So hoch liegt die Mindestsumme, die die FCC fordert.

Google-Chef Schmidt verlangt, dass siegreiche Bieter gezwungen sein sollen, ungenutzte Netzkapazitäten an Dritte zu „marktgerechten“ Preisen zu vermieten. Er will verhindern, dass Frequenzen gekauft und stillgelegt werden, nur um Konkurrenz fern zu halten. Wenn die Verbraucher Geräte und Netzprovider dagegen frei auswählen könnten, „werden sie die Gewinner sein“, so Schmidt in dem Brief.

Unter den Hammer kommen 2008 freiwerdende Frequenzen im 700-Megahertz-Bereich aus dem analogen TV-Spektrum. Sie werden mit der Umstellung auf Digital-TV überflüssig. Die FCC hatte angekündigt, dass sie einen Teil der Frequenzen für den Aufbau eines offenen Breitbandnetzes („Wlan“ oder später „Wimax“) bereit stellen wolle. Das stünde dann in direkter Konkurrenz zu Mobilfunk-Datendiensten wie „UMTS“ oder „Edge“, aber auch Festnetz-Internetanschlüssen.

Die Auktionen – insgesamt sollen bis zu 15 Mrd. Dollar für den Steuerzahler erlöst werden – eröffnen Neulingen die Chance, es mit etablierten Anbieter wie AT&T oder Sprint aufzunehmen. Google testet derzeit Wlan-Netze an seinem Heimatort Mountain View und mit einem Partner zusammen in San Francisco.

Hintergrund sind die Verhältnisse im Mobilfunkmarkt, die die Ausbreitung von mobilen Endgeräten mit Wlan-Anschluss behindern. Die Telekom-Konzerne lassen – anders als im Festnetz – nicht zu, dass Dritte Internetzugänge über Mobilfunk anbieten. Gleichzeitig zeigen sie kaum Interesse, so genannte Wlan-Telefone zu fördern.

Seite 1:

Google zeigt Interesse an US-Funklizenzen

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%