Anteilsaufstockung
KPN wehrt sich gegen Zukäufe von Carlos Slim

Das niederländische Telekomunternehmen KPN macht dem mexikanischen Milliardär Carlos Slim den Ausbau seines Europa-Geschäfts schwer. Ein Angebot für weitere Zukäufe an der E-Plus-Mutter sei zu niedrig, hieß es.
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Mexiko-StadtDie E-Plus-Mutter KPN legt dem mexikanischen Top-Unternehmer Carlos Slim beim Vorpreschen auf den europäischen Telekom-Markt Steine in den Weg. Das niederländische Telekomunternehmen teilte am Mittwoch mit, die Offerte des von Slim kontrollierten Mobilfunkkonzerns America Movil sei zu niedrig.

Lateinamerikas Branchenprimus will seine KPN-Beteiligung auf bis zu 27,7 Prozent ausbauen, derzeit liegt sie bei 4,8 Prozent. America Movil bietet den KPN-Aktionären offiziell acht Euro je Aktie. KPN hat nun vier Wochen Zeit, seine Anteilseigner davon zu überzeugen, die Offerte abzulehnen.

Der Konzern will sich in Kürze zu seiner künftigen Strategie äußern. Immer wieder wird darüber spekuliert, ob sich die Niederländer von ihren Geschäften in Deutschland oder Belgien trennen. Die KPN-Aktie legte in Amsterdam 0,9 Prozent auf 7,66 Euro zu. Im Jahresverlauf hat das Papier bisher fast 18 Prozent an Wert eingebüßt.

Nach Angaben von America Movil stehen beide Konzerne in engem Kontakt. Die Lateinamerikaner haben ihre Expansionspläne bereits vor drei Wochen öffentlich gemacht. Das offizielle Angebot läuft nun bis zum 27. Juni und könnte ausgeweitet werden. Finanzchef Carlos Garcia Moreno hat jüngst ausgeschlossen, dass die Offerte aufgestockt wird. Zudem betonte Moreno, lediglich an einem Minderheitsanteil interessiert zu sein.

Slim, der laut der Liste des „Forbes“-Magazins der reichste Mann der Welt ist, will nach eigenen Angaben 325 Millionen KPN-Aktien kaufen. Dafür müsste der milliardenschwere Geschäftsmann derzeit rund 3,25 Milliarden Dollar aufbringen. Bisher ist America Movil kaum in Europa präsent, hat allerdings in Lateinamerika bereits alle Märkte erfolgreich abgegrast. Medienberichten zufolge soll der Mexikaner Slim auch an Telekom Austria interessiert sein.

Belastet vom harten Konkurrenzkampf in den Niederlanden stemmt sich KPN gegen schrumpfende Marktanteile und Einbußen sowohl im Festnetz- als auch im Mobilfunkgeschäft. Seit Dezember steht der Konzern unter besonderer Aufsicht der Wettbewerbshüter, die Gesetzesverstöße zum Schaden von Verbrauchern und Konkurrenten vermuten. Hinzu kommen interne Führungsprobleme.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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