Anteilsverkauf des französischen Staates gibt dem Softwarehersteller neuen Schwung
Dassault Systèmes will Führung auf dem Weltmarkt ausbauen

Ob Coca-Cola-Flaschen, Swatch-Uhren, Airbus A320, Boeing 777 oder der Ferrari von Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher – sie alle verdanken ihre Form und ihr Funktionieren der Software von Dassault Systèmes (DS). Unternehmenschef Bernard Charlès hat große Ambitionen: „Wir haben das Ziel, für die Industrie das zu werden, was Microsoft für PCs ist.“

PARIS. Das Geschäft von DS ist Software für das „Product Lifecycle Management“ (PLM) – die Franzosen entwickeln Programme, mit denen etwa Flugzeuge oder ganze Fabriken entworfen werden können. Charlès’ Vision: Von der Entwicklung bis zum Recycling konzipiert, überwacht und modifiziert ein Hersteller sein Produkt mit Software von DS. „Es gibt bald keinen Grund mehr, mit Hardware Dummheiten zu machen, die man schon virtuell vermeiden kann“, verspricht der DS-Chef.

„Dassault Systèmes spielt sicher eine führende Rolle auf dem Markt für PLM, aber der Vergleich mit Microsoft liegt schief“, sagt Unternehmensberater Ulrich Sendler. Er ist Initiator des Sendler/Circle IT-Forums, einer Vertretung der PLM-Branche in Deutschland. Die Industrie brauche für PLM neben Entwicklungsdaten, wie sie DS-Programme liefern, auch Software-Lösungen für die betriebliche Planung (ERP), „und hier ist SAP heute schon so etwas wie Microsoft“.

Auch DC-Chef Charlès räumt ein, dass sein Konzern „noch einen weiten Weg zurücklegen muss“, um sich an dem Riesen aus Redmond messen zu können. Mit einem Weltmarktanteil von 21 % im Jahr 2002 ist DS zwar Nummer eins, aber Konkurrenten wie EDS, Parametric und Autodesk liegen nicht weit zurück. Die US-Beratungsgesellschaft Daratech schätzt, dass sich der Weltmarkt für PLM bis 2008 auf 16 Mrd. $ mehr als verdoppeln wird.

DS hat im Automobil- und im Flugzeugbau Industriestandards geschaffen. Mit dem Programm „Catia“ lassen sich ganze Flugzeuge am Bildschirm entwerfen und testen. Bei der Boeing 777 digitalisierte es jedes der drei Millionen Bauteile. Mit der Software „Delmia“ lassen sich Fabriken entwerfen und Produktionsabläufe simulieren – so modernisiert etwa Audi seine Werke in Ingolstadt und Neckarsulm.

Seite 1:

Dassault Systèmes will Führung auf dem Weltmarkt ausbauen

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%