Anti-Viren-Software soll 2005 auf den Markt kommen – Gates will Marktbeherrschung bei Browsern sichern: Microsoft investiert in die IT-Sicherheit

Anti-Viren-Software soll 2005 auf den Markt kommen – Gates will Marktbeherrschung bei Browsern sichern
Microsoft investiert in die IT-Sicherheit

Der Software-Konzern Microsoft beschäftigt sich immer mehr mit der IT-Sicherheit. Auf einer Konferenz in San Francisco kündigte Microsoft-Chef Bill Gates gleich mehrere Schritte zugunsten dieser strategischen Ausrichtung an.

sfu DÜSSELDORF. Zum einen will Microsoft bis Ende des Jahres eine eigene Antiviren-Software auf den Markt bringen. Bereits seit Januar experimentiert das Unternehmen zudem mit einem Programm, das Internet-Nutzer vor dem Befall von Spionage-Viren schützt, die Kennwörter und andere vertrauliche Informationen ausspionieren. Das Produkt soll Privatanwendern kostenlos zur Verfügung stehen. Unternehmenskunden müssen damit rechnen, dass die Antispionage-Lösung kostenpflichtig wird.

Außerdem will Microsoft eine neue Version des Internet Explorer herausbringen, der verbesserte Sicherheitsfunktionen wie stärkeren Schutz vor Phishing, schädlicher Software und Spionage-Programmen erhalten soll. „Ein Testmodell kommt im Frühsommer auf den Markt“, sagte Gates.

Auch künftig werde das Thema Sicherheit für das Unternehmen eine große Bedeutung haben: „Ein Drittel unserer Forschungsausgaben in Höhe von sechs Mrd. Dollar geht direkt in IT-Sicherheitsprojekte, der Rest ist indirekt damit verknüpft“, sagte Gates.

Marktforscher bewerten die Initiative von Microsoft vor allem als Versuch, seine beherrschende Stellung zu sichern: „Zum ersten Mal verliert der Internet Explorer Marktanteile; der Grund ist die Sicherheit“, sagt Neil MacDonald, Analyst des Instituts Gartner. Etwa fünf Prozent aller Internet-Nutzer in den USA gehen inzwischen über den freien Alternativ-Browser Firefox ins Netz. In Deutschland sollen es noch mehr sein.

Unternehmen, die bisher von der Viren-Anfälligkeit der Microsoft-Produkte profitiert haben, sehen die Anstrengungen des Branchenriesen gelassen: „Das Antiviren–Produkt kommt später als wir dachten“, heißt es etwa bei dem Sicherheitssoftware-Hersteller Symantec. Der späte Zeitpunkt mache deutlich, wie schwierig das Thema sei.

Quelle: Handelsblatt

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