Antrag abgelehnt
Google unterliegt gegen Microsoft

Seit dem Vergleich im Kartellverfahren gegen Microsoft vor fünf Jahren steht der Software-Riese unter richterlicher Aufsicht. Im November läuft die Aufsichtsfrist ab. Vor Gericht hat der Suchmaschinenbetreiber Google versucht, eine Verlängerung der verschärften kartellrechtlichen Überwachung von Microsoft erreichen – ohne Erfolg.

je PORTLAND. Das zuständige Gericht in Washington hat den Antrag von Google, die verschärfte kartellrechtliche Überwachung von Microsoft zu verlängern, abgelehnt. Der Betreiber der gleichnamigen Internet-Suchmaschine begründete den Antrag damit, dass der Softwarekonzern die Desktop-Suchfunktion in seinem neuesten Betriebssystem Windows Vista so eng integriert habe, dass es für viele Computernutzer zu schwierig sei, sie durch Konkurrenzprodukte zu ersetzen. Das sei wettbewerbsschädlich und verstoße damit gegen den Vergleich, mit dem Microsoft 2002 ein Kartellverfahren beilegte, das den Konzern aufzuspalten drohte.

Das Abkommen mit dem US-Justizministerium und den Justizministern verschiedener Bundesstaaten sieht vor, dass Microsoft für eine bestimmte Frist unter richterlicher Aufsicht operiert und das Wettbewerbsverhalten des Softwareriesen regelmäßig überprüft wird. Die Aufsichtsfrist läuft am 12. November dieses Jahres ab und Google plädierte für eine Verlängerung. In der Begründung für die Ablehnung des Antrages sagte die zuständige Richterin Colleen Kollar-Kotelly, dass Microsoft bereits Veränderungen an Vista vorgenommen habe, die die Ersetzung der Suchfunktion erleichtern. Sowohl Vertreter des Justizministeriums in Washington als auch der Bundesstaaten hätten diese Modifikationen für ausreichend befunden.

Google hielt dagegen, dass die Veränderungen nicht ausreichend seien. Statt exklusiv die eigene Desktop-Suchfunktion zu installieren, will Microsoft ein Menü verschiedener Suchprodukte bieten, aus denen der Nutzer per Mausklick auswählen kann.

Nahezu 95 Prozent aller Personalcomputer werden mit dem vorinstallierten Betriebssystem Windows aus dem Hause Microsoft ausgeliefert. Durch die Integration von Anwendungen wie E-Mail, Internet-Browser oder Suchfunktion weitete Microsoft die Hegemonie systematisch aus und machte zahlreichen Wettbewerbern wie zum Beispiel Netscape mit zum Teil besseren Produkten den Garaus. Das Kartellverfahren führte zu einer Verurteilung von Microsoft mit der Empfehlung, den Konzern aufzuspalten. Während die US-Justizbehörden einen Vergleich schlossen, geht der Streit mit den europäischen Kartellaufsehern weiter.

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