AOL-Hauptversammlung: „Minimaler Umsatz, maximale Verluste“

AOL-Hauptversammlung
Machtprobe im Verwaltungsrat

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„Minimaler Umsatz, maximale Verluste“

Patch mache trotz hoher Investitionen „minimalen Umsatz und massive Verluste“. Gerade mal 13 Millionen Dollar Umsatz habe das Projekt im vergangenen Jahr eingefahren, aber 160 Millionen Dollar an Kosten verschlungen. Und ohnehin seien die Umsatzzahlen von Patch geschönt. „Wir glauben nicht, dass Patch ein lebensfähiges Geschäftsmodell ist“, heißt es weiter. Der Hedgefonds empfiehlt radikale Schritte: Patch sollte entweder verkauft, profitabel gemacht oder „geschlossen werden“.

 Die Aktionäre kritisieren auch den Kurs bei Armstrong zweitem Prestigeprojekt, der Huffington Post: Vor der Übernahme durch AOL sei die beliebte Blog- und Nachrichtenseite rentabel gewesen, jetzt schreibe sie wieder roten Zahle – weil Armstrong zu viel investiere. Tatsächlich hat Arianna Huffington, die neue starke Frau im AOL-Imperium, erst kürzlich angekündigt, 100 Mitarbeiter allein für einen neuen Videodienst einzustellen. Auch die internationale Expansion – die Huffington Post will unter anderem in Deutschland aktiv werden – komme teuer.

Die US-Medienszene beobachtet den Streit aufmerksam, schließlich ist der Umbau von AOL eines der ehrgeizigsten Projekte in Amerikas Medienlandschaft. Dass ein Hedgefonds für langfristige Investitionen keinen Sinn hat, wundert dabei nicht. Aber die schwachen Zahlen gerade von Patch, die Starboard jetzt an die Öffentlichkeit gespült hat, erschrecken dann aber doch den einen oder anderen Experten.

Noch ist unklar, wie der Streit ausgeht. Die Aktionärs-Beratungsgesellschaft ISS unterstützt die Angreifer und empfiehlt zwei der drei Starboard-Kandidaten für das AOL-Board zur Wahl. Andere institutionelle Anleger haben sich vor dem Aktionärstreffen zurückgehalten.

Ob Armstrong künftig den Feind in seinem Board hat oder nicht: Allein die Gewissheit, dass ein wichtiger Aktionär Druck mache, schreibt die International Business Times, werde den AOL-Chef in den nächsten Monaten zwingen, „nichts anbrennen zu lassen“.

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  • AOL-beDIRECT!

    AOL = Datenhandlung ! Das war schon so lange bevor die überwachen durften.

  • Ich kannte "patch.com" und die Idee nicht und ging auf die Lokalseite von Garden City (ein Ortsteil von NY, NY), war gar nicht so schlecht. Viel besseres bringen lokale Zeitungsschreiberlinge in D auch nicht zusammen..

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