Apple-Aktie nachbörslich auf Talfahrt
Rekordzahlen können Skepsis nicht brechen

Mit dem historisch besten März-Quartal in der Firmengeschichte antwortet Apple auf Befürchtungen, die Wirtschaftsschwäche der USA könnte den Anbieter von High-End-Elektronik in den Abwärtsstrudel reißen. Doch die Skepsis der Analysten und Anleger ist noch nicht gebrochen. Nachbörslich gab die Aktie angesichts einer eher zurückhaltenden Prognose für das laufende Quartal nach.

DÜSSELDORF. Der Umsatz kletterte im Vorjahresvergleich um 42 Prozent auf 7,51 Mrd. Dollar und lag damit weit über den Erwartungen der Analysten, die mit rund 6,9 Mrd. Dollar gerechnet hatten. Der Nettoertrag zog von 770 Mill. Auf 1,05 Mrd. Dollar an, umgerechnet 1,16 Dollar pro Aktie. Für das dritte laufende Quartal rechnet CEO Steve Jobs jetzt mit einem Umsatz von 7,2 Mrd. Dollar und einen Gewinn pro Aktie von einem Dollar. Das lag am unteren Ende der Markterwartungen, auch wenn Apple traditionell sehr konservativ prognostiziert.

Denn gab auch Schattenseiten: Während der Absatz von PCs und Laptops im zweiten Quartal des Geschäftsjahres (das erste Quartal des Kalenderjahres) um 51 Prozent auf über 2,2 Mill. Stück und der Umsatz um 54 Prozent anstieg, lag der Verkauf der populären Musikplayer iPod mit 10,6 Millionen Stück und einem Wachstum von einem Prozent nur gerade in Rahmen der Erwartungen. iPod und der Musikservice iTunes stehen harte Zeiten bevor. Auf der einen Seite konnte sich Apple Anfang 2008 als größter Verkäufer von digitaler Musik in den USA noch vor dem Handelskonzern Wal Mart etablieren. Aber auf der anderen Seite unterstützt die Musikindustrie jetzt aktiv Konkurrenten wie Amazon oder Nokia („Comes with Music“) , die eigene Musikdienste gegen Apple aufbauen. Gerade erst hat nach Universal Music auch Sony BMG bei Nokia unterschrieben.

Auch der deutliche Rückgang der Bruttoertragsmarge auf 32,9 Prozent nach 35,1 Prozent im Vorjahr löste Stirnrunzeln aus. Apple hatte es bisher geschafft, Wechselkursgewinne und sinkende Einkaufspreise für Bauteile für sich zu behalten, statt die über Preissenkungen an die Kunden weitergeben zu müssen.

Die Apple-Zahlen waren mit großer Spannung erwartet worden, weil im Vorfeld bereits einige Analysten ihre Kaufempfehlungen für Apple auf „neutral“ oder „underperform“ zurückgenommen hatten. Apple lebt überwiegend von der Spendierfreudigkeit luxusbetonter Konsumenten. iPhone, iPod oder das neue, ultraflsche MacBook Air, gelten als Prestigeobjekte. Spitzt sich die US-Wirtschaftskrise weiter zu, werden die Verbraucher hier deutliche Zurückhaltung üben.

Seite 1:

Rekordzahlen können Skepsis nicht brechen

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%