Apple am Wendepunkt?
Willkommen in der Normalität!

Für die meisten Unternehmen ist ein Apple-Quartalsergebnis ein Traum: Doch für den iPhone-Hersteller gelten andere Maßstäbe. Und Samsung und Google schaffen es, in Apples Kernmärkten neue Trends zu setzen. Eine Analyse.
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DüsseldorfSeinen rasanten Aufstieg zum wertvollsten börsennotierten Unternehmen der Welt verdankt Apple im Wesentlichen drei Produkten: iPod, iPhone und iPad. Seit der Einführung des Musikspielers für die Hosentasche im November 2001 hat der Konzern aus Kalifornien seinen Umsatz fast um den Faktor 30 gesteigert, 156,5 Milliarden Dollar waren es im abgelaufenen Geschäftsjahr. Drei Viertel seiner Erlöse erwirtschaftete Apple mit den „i“-Produkten, wobei das iPhone allein mehr als die Hälfte beisteuerte. Das Computergeschäft, Keimzelle der Firma, trug immerhin noch 15 Prozent bei.

Doch gerade das Edel-Smartphone, das Apple derzeit in der Branche ungekannte Margen einbringt, gerät immer mehr unter Druck. Andere Hersteller, allen voran Samsung, haben bei der Technologie aufgeschlossen und bauen mindestens ebenbürtige und gleichzeitig günstigere Geräte mit Android oder Windows Phone. Und sie können mit attraktiven Internet-Diensten punkten wie intelligenten Karten oder dem persönlichen Assistenten Google Now – nicht gerade eine Stärke von Apple.

Eine Entwicklung könnte die Konkurrenz weiter stärken: Immer mehr Verbraucher kaufen sich Smartphones mit Riesenbildschirm jenseits der 4,5 Zoll – „Phablets“. Die Marktforscher von ABI Research erwarten, dass der Absatz der Jumbos bis 2016 auf knapp 230 Millionen Geräte steigt. Hier setzt Samsung die Akzente, etwa mit dem 5,5 Zoll großen Galaxy Note II. Apple, sonst oft der Innovator, hat sich diesem Trend bislang verweigert.

Doch in den Industrieländern wird es immer schwieriger, die üppigen Wachstumsraten von einst zu halten. Viele Nutzer haben schon ein Smartphone, und angesichts der Krise halten die Menschen vielerorts das Geld zusammen. Die größten Zuwächse versprechen daher die Geräte am anderen Ende der Skala: Preiswerte Smartphones, die sich auch die aufstrebende Mittelschicht in China oder Brasilien leisten kann. Meist läuft Android auf diesen Geräten.

Apple steckt in einem Dilemma: Will der Hersteller keine Marktanteile verlieren, muss er billigere Geräte herausbringen – auf Kosten der Marge. Will er die Marge hochhalten, verliert er weiter an Boden gegenüber den immer dominanteren Androiden.

Kommentare zu " Apple am Wendepunkt?: Willkommen in der Normalität!"

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  • Guck dir doch die iPhone-Verkaufszahlen an!!!
    Da ist nix verpufft...

  • Es war schon immer etwas anders, Appler zu sein.

    Ich könnte auch schreiben das es schon immer etwas teurer war Geschmack zu haben, aber das ist faiererweise gesagt Blödsinn.

    Ich denke es geht in 3 Kategorien:
    Die User die das Geld übrig haben wählen nach ihrem persönlichen Geschmack Apple oder z.B. Samsung; und die Leute die nicht die finanziellen Mittel haben ( was jetzt auch nicht als dramatisch zu betrachten ist ) wählen das kostengünstigere Smartphone.

    Ich persönlich hab mir auch die Samsungmodelle angeschaut; aber ich werde mit denen einfach nicht warm.
    Vllt. hat es auch damit zu tun was man sonst noch von Apple besitzt und wie das technische Zusammenspiel funktioniert.

    Und: teuer und billig bzw. preiswert liegt immer im Auge des Betrachters; sollte man nicht vergessen.

  • Penny-Stock ;-)

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