Apple-Analyse
Tim Cook lebt die neue Offenheit

Mit einer erneut hervorragenden Bilanz tritt Tim Cook endgültig aus dem Schatten seines Vorgängers Steve Jobs. Der Apple-Chef hat alles anders gemacht als sein Vorgänger – und damit alles richtig.
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San FranciscoSeit Tim Cook das erste Mal die Bühne betrat, wollten alle in ihm nur das Abziehbild sehen, den Gehilfen und ewigen Stellvertreter von Steve Jobs, dessen Produkt-Inszenierungen die Branche feierte wie die Katholiken das Hochamt. Apples Zukunft, so schien es, war mit seinem Gründer im August 2011 gestorben, das leere Büro in 1 Infinite Loop, Cupertino, ein Symbol für den Raum, den Cook nie würde ausfüllen können.

Doch nun hat der 54-Jährige bewiesen, dass er Apple in die Zukunft führen kann. Der Gewinn des Technologie-Konzerns übertraf wieder einmal die Erwartungen der Wall Street. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum kletterten die Erlöse im zweiten Quartal um 33 Prozent auf 13,6 Milliarden Dollar (12,5 Milliarden Euro), der Umsatz stieg auf 58 Milliarden Dollar, verglichen mit 45,6 Milliarden im Jahr zuvor. Analysten hatten nur 56 Milliarden Dollar prognostiziert.

Angetrieben wurde das Wachstum vor allem von den neuen iPhone-Modellen 6 und 6 Plus. 61 Millionen Geräte verkaufte der Konzern im zweiten Quartal, 40 Prozent mehr verglichen zum letzten Jahr. Smartphones sind Apples Verkaufsschlager, sie steuern 69 Prozent zum Umsatz bei.

iPad-Verkäufe gehen zurück

„Eine immer größere Anzahl von Menschen entscheidet sich für das iPhone”, erklärte Cook. Er sei nun sehr gespannt auf die Verkaufszahlen der Apple Watch, dem ersten Produkt, das allein unter seiner Führung entstand. Laut Cook übertreffe die Nachfrage nach der Computeruhr das Angebot bereits deutlich.

Jeder bei Apple weiß, die sehr guten Zahlen hat die Firma vor allem Cook zu verdanken. Unter seiner Führung räumte der Konzern mit alten Gewissheiten auf. Jobs Mantra lautete stets: „Niemand will ein großes Smartphone.“ Sein Nachfolger erkannte aber, dass genau das Gegenteil stimmt.

Nach der Einführung größerer Displays verkaufte Apple mehr iPhones als je zuvor. Wie zu erwarten sank im Gegensatz dazu die Beliebtheit der iPads, in der aktuellen Bilanz um 41 Prozent. Kunden greifen lieber zum iPhone 6 Plus mit seinem 5,5-Zoll-Display als teuren Tablet-PCs.

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Strukturelle Veränderungen

Kommentare zu " Apple-Analyse: Tim Cook lebt die neue Offenheit"

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  • ich finde auch das lediglich das iPhone und vllt. die Apple-TV-Box nennenswerte Produkte sind; mit den Apple-Computern bin ich durch: nach meiner Arie mit dem schweineteuren MacBookPro hab ich trotz mittlerweile durchgezogenem Kulanzumtausch und erwarteter Rückerstattung der Reparaturkosten von 500 Tacken : die Schnauze restlos voll.

    Vllt. nochmal ´n aktuelles iPad; mein letztes iPad2 flog ja mit dem iOS 8 gegen die Wand nachdem man nicht mehr auf die iOS7er zurück kam..;-); war einfach nicht mehr zu gebrauchen.

    Also: kein wirklicher Grund den Store zu besuchen.

  • Man kann eben bei anderen nur das sehen, was man selbst in sich hat.

    Wenn Sie also bei Appel (nur) die angebliche ausbeutung sehen, dann frage ich mich, was sind sie und wie sieht ihr Lebensweg aus?

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    Wär nicht das Auge sonnenhaft,
    Die Sonne könnt es nie erblicken;

    Läg nicht in uns des Gottes eigne Kraft,
    Wie könnt uns Göttliches entzücken?

  • Was mich besonders beeindruckt, ist die Offenheit, mit der Cook ueber die schlecht bezahlten chinesischen Arbeiter spricht, durch deren Ausbeutung Apple solche Margen hat.

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