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Apple-Chef Cook vor dem Ausschuss: Der gute Mensch von Cupertino

Apple steht in der Kritik, weil sich der Konzern um Milliarden an Steuern gedrückt haben soll. Nun stellte sich Firmenchef Tim Cook in einem Senatsausschuss persönlich den Vorwürfen. Ein Auftritt fürs Lehrbuch.

WashingtonEin schwerer Teppich, hölzerne Wände, die Ledersessel der Senatoren im erhöhten Halbrund, an der Stirnwand der US-Bundesadler: Saal 106 im Dirksen-Senatsgebäude in Washington lässt Besucher instinktiv im Geiste die Hacken zusammenschlagen. Wer hier vor einen Untersuchungsausschuss zitiert wird, kann sich auf etwas gefasst machen. „Grillen“ nennen die Amerikaner solche Veranstaltungen.

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Tim Cook aber, der prominente Zeuge an diesem Dienstag, will sich nicht so recht grillen lassen. „Wir sind stolz, eine amerikanische Firma zu sein“, sagt der Apple-Chef aus Cupertino, Kalifornien, mit leiser Stimme. Der Konzern habe 600.000 Arbeitsplätze ermöglicht – „sechs-hun-dert-tausend!“.

Cooks Auftritt war mit Spannung erwartet worden – der Chef einer der schillerndsten und einflussreichsten Firmen der Welt lässt sich selten in der Öffentlichkeit blicken. Vorgänger Steve Jobs war nie vor einem Ausschuss erschienen. Cook ist gekommen, freiwillig.

Neue Produkte Einfach nur peinlich – von New Coke bis Apple Maps

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Freundlich gibt er sich während der Anhörung, verbindlich und geduldig. Fast mag man dem hochgewachsenen 52-Jährigen gar nicht zutrauen, was ihm vor diesem Ausschuss vorgeworfen wird: Apple soll sich über Jahre mit einem raffinierten Geflecht an Auslandsfirmen um zig Milliarden Dollar Unternehmenssteuern herumgemogelt haben – legal, aber fragwürdig. Cook will das so nicht stehen lassen. Lieber spricht er von Apples Beiträgen zu „Menschenrechten, Bildung und der Umwelt“.

Doch die Steuer-Vorwürfe wiegen schwer: Mitarbeiter des Ausschusses haben ein dickes Dossier erstellt, das zeigen soll, wie Apple systematisch Steuern umschifft. Möglich sei dies durch Tochterfirmen in Irland. Insgesamt 44 Milliarden Dollar habe Apple auf diese Weise gespart.

„Apple hat dafür gesorgt, dass Geisterfirmen nirgendwo Steuern zahlen müssen“, ereifert sich der Ausschussvorsitzende, der demokratische Senator Carl Levin. Dadurch fehle es an Geld, „mit dem wir unsere Kinder unterrichten und unsere Sicherheit bezahlen können“. „Unerhört“, sagt auch der Republikaner John McCain. Apple sei „einer der größten Steuervermeider Amerikas“. Akribisch haken die beiden nach, unterbrechen den Zeugen immer wieder, fordern ihn heraus. Doch Cook will das alles nicht gelten lassen.

  • 22.05.2013, 22:45 Uhrsteuernsinddoof

    Gut, dass Sie mit Ihren Ideen von einer neuen Umsatzsteuer nur ein kleines Rädchen im großen Ganzen sind und (wahrscheinlich) auch beleiben werden. Sie hätten im Dritten Reich vielleicht auch aus "Staatstragender Überzeugung" so das eine oder andere gemacht, um vorne dabei zu sein. ... Manchmal hilft auch einfach mal das Hirn einschalten: Steuern sind kein Grundrecht, sondern eine überaus üble Last!

  • 22.05.2013, 17:04 Uhrkuac

    @Euro
    "Sofakartoffel" ist kein deutscher Ausdruck, sondern direkte Übersetzung vom englischen "Couch Potato".
    Besser klingen: Sesselfurzer, Krümelkacker, Dauerfernseher, Nesthocker oder Fitnessmuffel.

  • 22.05.2013, 12:30 UhrShaka007

    Das Diffamieren, Schikanieren, Kriminalisieren um dann Abzuzocken, ist also in Amerika genauso daheim, wie hier. Lediglich die Überlebenden sind in Amerika größer in der Anzahl.
    Was würde ein Würth wohl investieren, wenn wir ihm solche Brücken gebaut hätten, statt ihn öffentlich hinzurichten und als Vorbestraften nach Österreich fliehen zu lassen.
    Das macht den Unterschied zu den USA aus.
    Doof. Dööfer, Am Dööfsten, Deutscher.

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