Apple droht der Rückschlag
Hat das iPhone den Zenit überschritten?

Eine Staranalystin von Morgan Stanley senkt den Daumen über Apple. Erstmals seit der Einführung des iPhones sollen die Absätze 2016 zurückgehen, sagt Katy Huberty und streicht das Kursziel des iKonzerns zusammen.
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Der Ausblick verfinstert sich weiter. Dass Apple trotz des erfolgreichsten Geschäftsjahres in der Wirtschaftsgeschichte und einer gigantischen Kurspflege-Aktion in Form von Aktienrückkäufen über fast 50 Milliarden Dollar an der Wall Street praktisch unverändert auf dem Startniveau vom Januar verharrt, sagt viel über das gestörte Verhältnis der Wall Street zu Apple-CEO Tim Cook.

Anleger misstrauen dem 55-Jährigen, der Apple inzwischen bereits im fünften Jahr führt, zunehmend. Tatsächlich unterstellt die Wall Street in gesteigertem Maße, dass der noch wertvollste Konzern der Welt seinen Zenit erreicht oder gar schon überschritten hat. Seit Monaten warnen Analysten vor dem Gipfel-Szenario, das sich seit Jahren ankündigt: Das Wachstum des iKonzerns scheint ausgereizt.

Die Sorge um den Abschwung adressierte am Montag nun auch ausgerechnet eine der einst der größten Befürworterinnen des iKonzerns: Morgan Stanley-Analystin Katy Huberty. Die Top-Analystin bereitete Bankkunden, die in Apple investiert sind, auf Ungemach im kommenden Jahr vor.

Der Grund: Die mit Abstand wichtigste Produktsparte steht nach neun Jahren vor dem Abschwung. Nicht weniger als eine Zeitenwende sagt Huberty dem iPhone voraus: Erstmals seit der Einführung 2007 wird Apples Kultsmartphone weniger Käufer anlocken, rechnet Huberty gegenüber Bankkunden vor.

Hubertys Prognose ist bislang die kälteste Dusche, die Apple-Aktionäre in den vergangenen Monaten einstecken mussten: Um enorme 29 Millionen iPhones nimmt Huberty ihre Prognose für das Fiskaljahr von 247 auf 218 Millionen in 2016 zurück.

Im Fiskaljahr 2014/15 setzte Apple noch 231 Millionen Einheiten ab. Huberty sagt damit nicht weniger als das erste iPhone-Negativwachstum voraus: Um gleich 6 Prozent geht es nach Meinung der Top-Analystin bei den Absätzen von Apples mit Abstand wichtigster Konzernsparte nach unten.

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  • Tja, die Luft ist definitiv raus. Ich kann keine Knallerprodukte bei Apple mehr erkennen. Alles, was Apple hat, haben andere inzwischen auch. Bei Apple sind sie halt nur viel viel teurer. Ich selbst habe außer für mein momentanes iPhone und iPad kein weiteres Interesse an anderen Apple-Produkten. Da gibt es auch nichts weiter interessantes. Schlimm genug, wie das iTunes von Version zu Version immer schlechter und komplizierter wird. Wie lange man braucht bis man mit der Synchronisierung durch ist. Früher hatte Apple ein Gefühl dafür, was Kunden wollen. Heute wäre es klug, wenn Apple mal den Kunden zuhören würde, um zu alter Stärke zurückzufinden. Von alleine scheinen die ja nichts Innovatives auf die Beine zu stellen. Alles was früher an Apple-Produkten einfach und intuitiv zu bedienen war, muss man heutzutage langwierig herausfinden. Der Kundensupport mit diesem lästigen Fragen und Antworten Blödsinn auf der Appleseite ist einfach nur grottig. Das schreckt garantiert viele potenzielle Käufer ab. Ich glaub nicht mehr daran, dass Apple da wieder rauskommt. Dazu müsste Marke erstmal ihre Arroganz und Ignoranz ablegen.

  • Immer diese Übertreibungen: "Staranalystin". Die Dame kann auch nicht in die Zukunft schauen. Und wenn jeder so ein Produkt hat, ist der Markt gesättigt. Das ist doch keine Weisheit.
    Außerdem kommt eh alles anders, als man denkt. Vllt hat Morgan Stankey aber auch für Apple auf short gesetzt und versucht das nun mit der Lemminge-Methode zu unterfüttern.

  • Ja, das iPhone ist DAS Paradebeispiel für eine überpreiste Ware.
    Nur aufgrund eines Hypes sind die Verbraucher bereit, ein Vielfaches dessen auf den Tisch zu legen, was vergleichbare Geräte kosten. (Auf der anderen Seite zeigt das iPhone aber auch wunderschön die SUBJEKTIVITÄT des Wertes, die sogar von Ökonomen nicht verstanden wird).
    Wenn der Hype vorbei ist, wird daher auch die Apple-Aktie bei vielen Anlegern einer Neubewertung unterzogen werden.
    Gleichzeitig kann Apple auch als Beispiel dafür dienen, zwei grundverschiedene Anleger-Typen herauszustellen:
    Einmal diejenigen, die versuchen, an einem Hype zu partizipieren, also möglichst vor allen anderen einen Hype zu erkennen und sich rechtzeitig zu positionieren, und dann auch möglichst vor allen Anderen wieder das Ende des Hypes zu erkennen.
    Andererseits die langfristig orientierten Anleger, die nicht auf Hypes setzen, sondern beispielsweise durch Fundamentalanalyse systematisch nach unterbewerteten Assets suchen...

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