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Apple: iTunes beerdigt Einheitspreis

Traditionsbruch bei der Online-Musikplattform iTunes: Was Apple auf der Messe Macworld verkündet hat, markiert das Ende eines erbitterten Streits zwischen dem Technologiekonzern und den großen Musiklabels. Künftig fällt bei den Liedern der Kopierschutz weg. Außerdem soll es drei Preiskategorien geben.

Firmenlogo am Fenster eines Apple-Stores in London. Foto: Reuters Quelle: Reuters
Firmenlogo am Fenster eines Apple-Stores in London. Foto: Reuters Quelle: Reuters

DÜSSELDORF/SAN FRANCISCO. "Eine letzte Sache noch" - wenn Apple-Chef Steve Jobs bei seiner predigtartigen "Keynote" zur Eröffnung der jährlichen Messe Macworld diesen Satz spricht, spitzen Computerfans weltweit die Ohren. Folgen darauf doch regelmäßig wichtige Neuigkeiten aus der Apple-Welt.

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So auch dieses Jahr, zugleich das letzte für Apple auf der Messe. Statt der erkrankten Apple-Ikone Jobs kam diesmal Marketingchef Phil Schiller zur Keynote auf die Bühne trat. Zwar hatte er nicht wie von vielen erhofft neue, funkelnde Geräte im Gepäck. Sensationelles hatte Schiller am Dienstag dennoch zu berichten: Apples weltweit führende Online-Musikplattform iTunes bricht mit seiner traditionellen Preispolitik. "Die große Mehrheit" der Lieder werde ab April nur noch 69 Cent kosten, kündigte der Manager an. Im Übrigen gebe es nun drei Preiskategorien: 69 Cent, 99 Cent und 1,29 Dollar. Damit gehört der starre Einheitspreis von 99 Cent für alle Stücke, den die Musikindustrie immer wieder kritisiert hatte, der Vergangenheit an.

Der Manager hatte aber noch eine weitere Revolution zu verkünden: iTunes vertreibt die Lieder ab sofort ohne Kopierschutz. Das bedeutet, dass dort heruntergeladene Stücke auch auf anderen Geräten abgespielt werden können, nicht mehr nur auf iPod und iPhone. Acht Mio. Songs sollen sofort ohne das so genannte Digital Rights Management (DRM) erhältlich sein, die restlichen zwei Mio. Ende März. Bereits gekaufte Stücke, die noch blockiert sind, können für jeweils 30 Cent freigeschaltet werden.

Schillers Neuigkeiten markieren das Ende eines jahrelangen Streits zwischen Apple auf der einen Seite und den großen Musiklabels Sony, Universal und Warner Music auf der anderen. Der Kompromiss, für den beide Seiten ihre stets so hartnäckig verteidigten Positionen über den Haufen warfen, soll nicht zuletzt das schwächelnde Geschäft mit Musik-Downloads in den USA beleben. Nach Jahren des Booms war die Zahl der im Internet gekauften Songs in den USA nach einer Studie des Messinstituts Nielsen Soundscan im vergangenen Jahr um "nur" noch 27 Prozent (2007: 45 Prozent) auf rund 1,1 Mrd. gestiegen. Das gefällt weder Apple noch der Musikindustrie, zumal deren CD-Verkäufe 2008 nochmals um 20 Prozent auf 361 Mio. eingebrochen sind.

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