Apple, Microsoft & Co.
"Wir erleben Ausscheidungskampf der mobilen Plattformen"

Der hart umkämpfte Markt der Konsumelektronik kennt vor allem drei Namen: Apple, Google und Microsoft. Das Handelsblatt sprach mit Nikolaus Mohr über die Erfolgsfaktoren.
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Handelsblatt: Herr Mohr, HP will sich aus dem Geschäft mit Smartphones zurückziehen. Können Sie das nachvollziehen?

Nikolaus Mohr: Was wir derzeit erleben, ist der Ausscheidungskampf der mobilen Plattformen. Wir haben Apple mit OS, Google mit Android und Microsoft mit Windows. Danach kommt lange Zeit nichts. Da stellt sich für jeden der Anbieter die Frage, ob man den drei Führenden dauerhaft hinterherlaufen will.

Handelsblatt: Aber HP will sogar sein PC-Geschäft ausgliedern, wo sie Nummer eins sind. Ist das Konsumgeschäft so schwer geworden?

Mohr: Das ist eine strategische Entscheidung, die ich nicht kommentieren möchte. Dahinter wird aber eine grundsätzliche Überlegung stehen, wie man in diesem Markt langfristig Erfolg haben kann.

Handelsblatt: Wie kann man langfristig Erfolg haben?

Mohr: Nach meiner Überzeugung ist die Marke dafür ein ganz entscheidendes Vehikel. Das zeigt uns Apple. HP hat versucht, das mit der Marke Palm umzusetzen. Aber es gab von Beginn an Skeptiker, die darauf verwiesen haben, dass die Plattform OS längere Zeit nicht mehr weiterentwickelt wurde.

Handelsblatt: Nicht nur die Marke, auch die Verbindung von Hard- und Software ist entscheidend?

Mohr: Die einfache und intuitive Nutzung der Geräte ist sehr wichtig. Das spricht für das integrierte Modell. Aber hier holen die Rivalen von Apple auf. Und je näher sie rücken, desto wichtiger wird dann die Markenbildung und -bindung.

Handelsblatt: Sind die integrierten Systeme, also die Einheit aus Hard- und Software, wirtschaftlich erfolgreicher?

Mohr: Auf kurze Sicht gesehen gebe ich Ihnen Recht. Aber auf lange Sicht bin ich davon überzeugt, dass offene Systeme nachhaltiger und innovativer sind.

Handelsblatt: Aber schwenkt nun nicht auch Google mit Motorola auf das integrierte System um?

Mohr: Das ist in der Tat die wohl spannendste Frage: Was genau hat Google mit Motorola vor? Ich kenne die Antwort derzeit noch nicht.

Handelsblatt: Was wird aus Microsoft? Kaufen die Nokia?

Mohr: Je nachdem, wie sich Google entscheidet, könnte Microsoft mit dem offenen System der lachende Dritte sein. Microsoft ist dann der einzige Anbieter, der ,neutral’ wäre. Aber auch hier ist die Frage offen, was Microsoft am Ende vorhat. Es bleibt spannend.

Jens Koenen leitet das Büro Unternehmen & Märkte in Frankfurt.
Jens Koenen
Handelsblatt / Leiter Büro Frankfurt

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