Apple-Nutzer ausspioniert
Google kassiert Rekordbuße

Der Suchmaschinenanbieter Google hatte Nutzer von Apples Internetbrowser Safari erzürnt - und offenbar auch die US-Kartellwächter. Insidern zufolge sprechen sie die höchste Buße der Geschichte der Behörde FTC aus.
  • 1

New YorkDer Such- und Werbekonzern Google entledigt sich Insidern zufolge durch die Zahlung einer Millionenstrafe von einem Verfahren der US-Behörden wegen der Verletzung von Datenschutzrechten. Wie US-Medien berichteten, wird der Internet-Gigant 22,5 Millionen Dollar zahlen. Den Meldungen zufolge hat die US-Kartellbehörde FTC niemals zuvor eine Buße in dieser Höhe ausgesprochen. Die Aufsicht wirft Google vor, Nutzern des Internetbrowsers von Konkurrent Apple sogenannte „Cookies“ untergeschoben zu haben, um deren Internetaktivitäten zu verfolgen und entsprechend passende Werbung anzuzeigen.

Google zufolge geschah dies jedoch unabsichtlich. Zudem seien keine persönlichen Daten wie Namen, Adressen oder Kreditkarten-Details gespeichert worden, erklärte Google. Ein Datenschutz-Aktivist des Zentrums für digitale Demokratie in Washington sagte der Nachrichtenagentur Bloomberg die 22,5-Millionen-Buße sei eine „signifikante Strafe“. Außerdem sei sie als „klare Aussage“ der Kartellbehörde anzusehen, dass Google das Gesetz verletzt habe, sagte Jeffrey Chester. Er lobte die Behörde als „guten Privatsphäre-Wächter“.

Es ist nicht das erste Mal, dass Google die Kartellbehörde mit Privatsphäre-Übertretungen auf sich aufmerksam gemacht hat. Bereits beim Start des Twitter-ähnlichen Dienstes „Buzz“ hat eine Privatsphäre-Panne Nutzerdaten öffentlich gemacht. Google und die Kartellbehörde haben dazu 2010 eine Einigung erzielt.

Im April dieses Jahres wurde Google mit einer 25´000-Dollar-Buße für unerlaubte Datensammlungen im Zusammenhang mit dem Kartenservice Streetview bestraft. Google hat zugegeben, über W-Lan-Systeme Daten gesammelt zu haben, während das Unternehmen Häuser für seinen Kartenservice fotografiert hatte.

Die neueste Strafe, obwohl die höchste Buße in der Geschichte der US-Kartellbehörde, dürfte für Google kein großes Problem darstellen. Der Unternehmensgewinn im ersten Quartal von über 8 Milliarden Dollar lassen die 22,5 Millionen Dollar Strafe verschwindend klein erscheinen.

Dennoch trifft die Strafe den Such- und Werbekonzern, da Kartellbehörden in den USA und Europa Google wegen Monopolfragen im Visier haben. Googles Privatsphäre-Übertretung im Zusammenhang mit Safari-Einstellungen wurde im Februar dieses Jahres bekannt. Wie lange Google die Nutzer ausspioniert haben soll, ist einem Bericht des Guardian unklar. Details wie diese dürften bekannt werden, wenn die Kartellbehörde die Buße offiziell ausspricht und den dazugehörigen Bericht öffentlich macht.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur
Michaël Jarjour
Michaël Jarjour
Handelsblatt / Freier Journalist

Kommentare zu " Apple-Nutzer ausspioniert: Google kassiert Rekordbuße"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Google hat ganz bewusst eine Sicherheitseinstellung in Apple's Browser "Safari" umgangen.

    Die Einstellung ermöglicht es dem Benutzer, Cookies von z.B. Werbeanbietern zu sperren. Diese kann nur durch gezielte Programmierung umgangen werden - und genau das hat Google gemacht.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%