Apple-Partner
Foxconn macht Fortschritte beim Arbeitsschutz

60-Stunden Woche: Die Arbeitsbedingungen unter denen iPads und iPods in China gefertigt werden, haben weltweit für Schlagzeilen gesorgt. Laut einem aktuellen Bericht soll sich die Situation inzwischen gebessert haben.
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Taipeh/San FranciscoDer chinesische Auftragsfertiger und Apple -Partner Foxconn hat einer Untersuchung zufolge erste Fortschritte bei der Verbesserung der Arbeitsbedingungen in seinen Fabriken erzielt. Dies ist das Ergebnis des aktuellen Berichts der Fair Labor Association (FLA). Es müssten aber noch größere Hürden genommen werden, konstatierte die FLA, die von Foxconn und Apple für die Untersuchung ausgewählt wurde. So müsse die Arbeitszeit Tausender Fabrikarbeiter in Foxconn-Werken im Süden Chinas bis 2013 um ein Drittel reduziert werden. Foxconn sagte am Mittwoch zu, die Überstunden weiter zu verringern auf weniger als neun Stunden pro Woche von derzeit 20. Dies könne allerdings dazu führen, dass die Arbeitskosten stiegen.

"Es ist eine Herausforderung. Wenn wir die Mehrarbeit verringern, bedeutet dies, dass wir mehr Leute einstellen und mehr Automatisierung einführen müssen, also mehr in Roboter investieren müssen", sagte Louis Woo, Assistent der Foxconn-Geschäftsführung, im Interview mit Reuters. Auch bedeute dies, mehr Übernachtungs- und Freizeitmöglichkeiten anbieten zu müssen. "Das wird dauern." Er sagte, er erwarte ein Mehr an "Loyalität" der Arbeitnehmer und hoffe, so doch Kosten einsparen zu können.

Die Arbeitsbedingungen in den Foxconn-Fabriken, wo unter anderem iPads und iPhones, Nokia -Handys und Dell -Computer gefertigt werden, hatten 2010 nach einer Reihe von Selbstmorden von Arbeitern für Negativ-Schlagzeilen gesorgt. Apple und Foxconn hatten später zugesagt, die Arbeitsbedingungen zu verbessern.

Doch viele Arbeiter wünschen nach Einschätzung von FLA-Präsident Auret van Heerden gar keine Reduzierung der Arbeitszeit. "Viele Arbeiter sind ganz eindeutig nach Shenzhen gekommen, um so schnell wie möglich so viel Geld wie möglich zu machen, und Überstunden sind bei dieser Rechnung ein wichtiger Bestandteil." In einschlägigen Internet-Foren wie dem Twitter-ähnlichen Weibo.com war zu lesen, viele Arbeiter würden Foxconn verlassen, wenn die Überstunden gekürzt würden.

Einige Branchenexperten haben die Nähe zwischen FLA und den ihr verbundenen Unternehmen kritisiert. In den vergangenen Monaten haben auch chinesische Menschenrechtsgruppen ihre eigenen Untersuchungen dazu gemacht. Nach Angaben von China Labor

Watch sind viele Foxconn-Mitarbeiter unzufrieden. "Die Mitarbeiter müssen die Arbeit statt wie bisher in 66 Stunden nun in 60 Stunden pro Woche bewerkstelligen. Als Folge, erhalten sie weniger Geld, müssen aber mehr arbeiten", erklärte die Gruppe.

Foxconn ist der Handelsname der taiwanischen Hon Hai Precision Industry. Foxconn fertigt schätzungsweise rund die Hälfte aller Geräte der Unterhaltungsindustrie weltweit für viele namhafte Konzerne.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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