Apple schwächelt beim iPhone Bye bye Boom

Historischer Bestwert bei der Bilanz und doch Katerstimmung in Cupertino: Denn die Verkaufszahlen von Apples Bestseller, dem iPhone, haben offenbar ihren Zenit erreicht. Und ein neuer Wachstumstreiber ist nicht in Sicht.
Für den Apple-CEO wird das Flagschiff – das iPhone – zunehmend zum Problem. Quelle: AFP
Tim Cook

Für den Apple-CEO wird das Flagschiff – das iPhone – zunehmend zum Problem.

(Foto: AFP)

San FranciscoKatzen sind die heimlichen Herrscher des Internets. Kaum etwas besitzt im Netz mehr Reichweite als Aufnahmen der schnurrenden Vierbeiner. Bei Youtube werden weltweit jede Minute hundert Stunden Katzen-Videos hochgeladen. Plattformen wie Instagram oder Reddit explodieren vor lauter Kuschel-Content. Nur die aktuelle Katerstimmung in Silicon Valley, die nervösen Kurse der Tech-Firmen, führen ausnahmsweise zu wenig Jubel.

Das Wachstum im sagenhaften Tal der Reichtümer stockt. Selbst der Konzern Apple, der sonst nur mit Rekordmeldungen glänzt, blieb davon nicht verschont. In den vergangenen Monaten verlor die Firma an der Börse mehr als 200 Milliarden Dollar an Wert. Investoren zweifeln daran, dass Cupertino sein Tempo in Sachen Innovation halten kann. Die aktuellen Apple-Zahlen bestätigen das nun.

Zwar erreicht die Firma mit einem Quartalsgewinn von 18,4 Milliarden Dollar (17 Milliarden Euro) verlässlich den historischen Bestwert. Doch Apples Bestseller, das iPhone, büßt an Strahlkraft ein. Vergangenes Quartal verkaufte die Firma mit insgesamt 74,8 Millionen Stück weniger Smartphones als mit 75,46 Millionen erwartet wurden. Im Vorjahr konnte der Konzern im gleichen Zeitraum 74,5 Millionen iPhones absetzen.

Der Umsatz blieb mit 75,9 Milliarden Dollar unter den Erwartungen, die bei 76,54 Milliarden Dollar lagen. Der Gewinn pro Aktie lag mit 3,28 Dollar pro Aktie leicht höher als prognostiziert. Die Aussichten sind allerdings eher trübe. Für das kommende Quartal rechnet Apple mit dem ersten Umsatzrückgang seit mehr als einem Jahrzehnt.

Drück-mich-Smartphone mit Harry-Potter-Effekt
Äußerlich gleich
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Optisch unterscheidet sich das iPhone 6s nicht vom Vorgängermodell, gleiches gilt für das große iPhone 6s Plus. Trotzdem hat sich einiges verändert – nicht nur in Sachen Prozessorleistung. Vor allem der Bildschirm bietet neue Möglichkeiten.

Etwas dickeres Gehäuse
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Das neue iPhone (links) ist etwas höher als das Vorjahresmodell (rechts). Das hat zum einen mit dem stabileren Material zu tun, das Verbiegungen verhindern soll, zum anderen mit der neuen Bildchirmtechnologie 3D Touch.

Zusatzfunktionen
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Der Bildschirm kann unterscheiden, wie stark ein Nutzer drückt. Das erlaubt neue Bedienmöglichkeiten: Bestimmte Apps öffnen ein Kontextmenü, wenn man fest auf das Logo drückt – etwa um im Kalender gleich einen Termin einzutragen...

Kamera im Selfie-Modus starten
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... oder die Kamera gleich im Selfie-Modus zu starten. Bislang bieten nur einige Apps solche Zusatzfunktionen an, sicher werden aber bald mehr Entwickler diese Möglichkeiten nutzen.

Vorschau mit einem Klick
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Mit einem festen Druck lässt sich in einigen Apps eine Vorschau öffnen – so sieht man gleich, was in einer E-Mail steht, und kann sie mit einer weiteren Geste in den virtuellen Papierkorb befördern.

Bessere Absicherung
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Wer das neue iPhone per Tastensperre schützt, muss einen sechsstelligen Code eingeben – oder über den Fingerabdrucksensor Touch ID entsperren. Der arbeitet deutlich schneller und zuverlässiger als in früheren Modellen.

Stromsparmodus
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Eine Neuerung des Betriebssystems iOS 9, das auch auf älteren Geräten läuft: Mit dem Stromsparmodus lässt sich die Batterielaufzeit deutlich erhöhen – zu erkennen am gelben Akkusymbol. Das ist gerade beim neuen iPhone sinnvoll...

Die Prognose liegt bei 50 bis 53 Milliarden Dollar und damit erheblich unter dem Vorjahreswert von 58 Milliarden Dollar. Die Aktie verlor nachbörslich 2,5 Prozent.

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