Apple stellt „Ping“ vor: Itunes wird zum „Social Network“

Apple stellt „Ping“ vor
Itunes wird zum „Social Network“

Mit Detailänderungen am iPod kann Apple nicht mehr für Jubelarien sorgen. Allerdings wäre Steve Jobs nicht Steve Jobs, hätte er nicht das ein oder andere Ass im Ärmel. So präsentierte er am Mittwoch nicht nur eine "Social-Network"-Komponente für iTunes, sondern auch eine Settop-Box als Nahtstelle von TV und Internet.
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LONDON. Die Revolution beginnt mit einem Tippfehler: "Cool hotos" schreibt Apple-Chef Steve Jobs unter die Photos einer seiner Lieblingskünstler, als er am Mittwoch die neue Version der Musikplattform I-Tunes vorstellt. Es kombiniert Funktionen des Kurznachrichtendienstes Twitter mit denen des sozialen Netzwerks Facebook. Nutzer können dort verfolgen, welche Lieder ihre Freunde heruntergeladen haben, welche Konzerte sie besuchen wollen, was ihre bevorzugten Bands gerade machen.

"Ping" heißt der neue Dienst und ist Teil einer großangelegten Produktoffensive, die Apple am Mittwoch vorgestellt hat. Steve Jobs stand in seinem üblichen Outfit - schwarzer Pullover und Jeans - auf der Bühne des Yerba Buena Centre in San Francisco und zelebrierte die Apple-Messe, die unter anderem auf Großbildleinwänden in eine ehemalige Brauerei in London und weltweit im Internet übertragen wurde.

Mit einigen Zahlen stimmt er die Apple-Gemeinde ein und macht sich selbst warm. "Es gibt inzwischen 300 Apple-Geschäfte in zehn Ländern", ruft er den Journalisten zu, "demnächst kommt mit Spanien das elfte Land hinzu." Und weiter geht es: "6,5 Mrd. Apps wurden bislang heruntergeladen", sagt Jobs, "das sind 200 Apps pro Sekunde, unglaublich, und darin sind die Upgrades nicht eingerechnet."

Dann kommt der spannende Teil. Jobs stellt die neuen Produkte vor, über die die Experten bereits seit einigen Tagen rätselten. Dazu gehören unter anderem rundum erneuerte Modelle des MP3-Spielers I-Pod, von denen der amerikanische Unterhaltungskonzerns bislang 275 Millionen Exemplare verkauft hat. So bekommt der I-Pod-Shuffle, der kleinste der MP3-Player, wieder Knöpfe, lässt sich aber auch weiterhin per Sprachmenü bedienen. Das nächst größere Modell, das I-Pod Nano, erhält einen Touchscreen und wird deutlich kleiner als die Vorgängergeneration. Der I-Pod Touch, der größte unter den Apple-Musikabspielgeräten, ähnelt immer mehr dem I-Phone, wird künftig aber über zwei Kameras verfügen.

Jobs stellt dann "Ping" und neue Ballerspiele vor, bevor er zum Höhepunkt seiner Präsentation kommt und seinen inzwischen berühmten Satz ausspricht: "One more thing". Es ist das Gerät, auf das die Apple-Jünger offenbar besonders sehnsüchtig gewartet haben, denn in der Veranstaltungshalle in San Francisco brandet Applaus auf, als Jobs die neue Apple Settop-Box für den Fernseher vorstellt.

Bereits vor vier Jahren hat das Unternehmen das erste Gerät auf den Markt gebracht, um die Fernseh- und die Internetwelt besser miteinander zu verbinden. "Es war kein großer Erfolg", räumte Jobs ein. Doch man habe jetzt aus den Fehlern gelernt. Das Ergebnis ist eine TV-Box im Mini-Format, die es möglich macht, Filme in hoch auflösender Qualität zu mieten und auf dem Fernseher anzuschauen. Die Box selbst wird in den USA mit 99 Dollar nicht einmal halb so viel kosten wie ihr Vorgänger. In Deutschland wurde der Preis ähnlich stark auf 119 Euro gesenkt. Auch die Filme werden zu einem Kampfpreis von 99 Cent angeboten. Bislang wollen sich aber nur wenige Fernsehsender darauf einlassen. Die US-Sender Fox und ABC beteiligen machen bei diesem Apple-Dienst bis jetzt nur mit. "Die anderen", verspricht Jobs, "werden folgen."

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  • Na, das nenn ich mal wieder einen ordentlichen Umrechnungskurs für uns Europäer. Apple TV in Amerika für 99,-- USD verklopfen und hier 119,-- EUR nehmen? Aber solange es die Apple Fans in Europa bezahlen ist ja alles gut...

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