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07.01.2009 
MacWorld

Apple verkauft bei iTunes ohne Kopierschutz

Spektakuläre neue Produkte hatte Apple bei der Eröffnung der Fachmesse Macworld Expo in San Francisco nicht anzubieten, aber dafür eine gute Nachricht für die Nutzer des Online-Musikladen iTunes: Künftig werden die meisten Stücke ohne Kopierschutz zu haben sein. Und auch am Preis wird gedreht.

Das Logo von Apple auf der MacWorld. Foto: apLupe

Das Logo von Apple auf der MacWorld. Foto: ap

HB SAN FRANCISCO. Der Konzern rückt zudem von der Praxis ab, die Songs zum Einheitspreis zu verkaufen. Das von Apple eingesetzte Kopierschutzverfahren „FairPlay“ wurde 2003 mit dem Marktstart von iTunes eingeführt und sollte die unkontrollierte Verbreitung der digitalisierten Lieder unterbinden. Es verhinderte aber auch, dass Musik aus iTunes auf anderen Geräten als dem iPod und dem iPhone von Apple gehört werden konnte.

Von sofort an seien acht Millionen Songs ohne Beschränkungen durch das sogenante Digital Rights Management (DRM) verfügbar, sagte Schiller. Die vier größten Plattenfirmen seien mit an Bord. Zudem können die Labels nun unterschiedliche Preise verlangen. Bislang kosteten alle Songs 99 Cent - die Industrie hatte auf ein differenziertes Modell gedrängt.

Apple-Chef Steve Jobs hatte den Verzicht auf den Kopierschutz bereits vor zwei Jahren von der Musikindustrie gefordert, bislang aber nur EMI auf seine Seite ziehen können. Die anderen „Major Labels“ hatten im Gegenzug ein flexibles Preissystem und den Abschied vom Einheitspreis von 99 Cent pro Song gefordert. In dem Konflikt hat Apple nun nachgegeben und verkauft populäre Songs für 1,29 $ in den USA bzw. 1,29 Euro in Europa, während weniger gefragte Titel bereits für 69 Cent angeboten werden. „Mit der Eliminierung des Kopierschutzes und dem flexibleren Preissystem haben beide Seiten bekommen, was sie wollten“, sagte Barry Jaruzelski vom Beratungsunternehmen Booz & Co..

Besucher der Macworld Expo, die zum letzten Auftritt von Apple auf der Messe spektakuläre Produktvorstellungen erwartet hatten, wurden enttäuscht. Schiller präsentierte weder ein iPhone nano noch überarbeitete Versionen des Mac mini oder des iMacs, über die im Vorfeld der Messe spekuliert worden war. „Apple hat heute eine evolutionäre Entwicklung seiner Produkte präsentiert, keine revolutionären Änderungen“, sagte Analyst Michael Gartenberg von Jupitermedia. Die Apple-Aktie gab am Dienstag um 1,7 Prozent auf 93 Dollar nach.

Wie sich der Abschied des Zugpferds Apple auf die Macworld Expo auswirken wird, ist noch unklar. Der Veranstalter, der US-Verlag IDG, will auch über die bereits geplante Veranstaltung im kommenden Jahr hinaus weitermachen. „Wir haben in anderen Ländern viele Macworld- Messen ohne Apple veranstaltet“, sagte IDG-Chef Pat McGovern.

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