Apple-Zulieferer

Balda soll Zuschüsse erschlichen haben

Für eine Firma, die nur auf dem Papier existierte, soll der Apple-Zulieferer Balda umgerechnet 6,2 Millionen Euro Subventionen kassiert haben. An der Börse brach die Aktie massiv ein.
Update: 29.09.2011 - 09:16 Uhr 4 Kommentare
Ein Gebäude der Balda AG in Bad Oeynhausen. Quelle: picture alliance / dpa

Ein Gebäude der Balda AG in Bad Oeynhausen.

(Foto: picture alliance / dpa)

DüsseldorfDer Handyausrüster Balda, bekannt durch seine Zulieferertätigkeit für den US-Konzern Apple, hat sich nach Informationen des Handelsblattes mehrere Millionen Euro unberechtigte Subventionen von chinesischen Behörden erschlichen. Wie ein ehemaliger hochrangiger Manager von Balda dem Handelsblatt (Donnerstagausgabe) bestätigte, täuschte Balda eine Fabrik vor, die es gar nicht gab, und zahlte sogar Steuern auf Produkte, die dort nie hergestellt wurden. Nach Angaben des Managers aus China ist der Aufsichtsrat von Balda seit Monaten über den Fall informiert, hat aber bislang keine Aufklärungsschritte unternommen.

Die Börse reagierte heute mit erheblichen Abschlägen auf die Nachricht: Zum Handelsstart brach die Aktie um zwischenzeitlich übe elf Prozent ein.

Der Betrug soll über einen Zeitraum von neun Monaten im Jahr 2010 stattgefunden haben. Die chinesische Regierung stellte Balda eine Zahlung von 54 Millionen Renminbi (6,2 Millionen Euro) in Aussicht, sollte Balda in der Wirtschaftszone Linkong Mehrwertsteuer von 100.000 Renminbi im Monat abführen. „Um das Geld mitzunehmen, haben wir dort eine Fabrik angemeldet“, sagte der Manager. „Aber es gab sie nur auf dem Papier.“

Ein Balda-Sprecher gab auf Anfrage des Handelsblattes diese Auskunft: „Zutreffend ist, dass das Balda-Konzernunternehmen BTO in China Subventionen erhalten hat. Die für Subventionen zuständige chinesische Behörde hat das Vorliegen der Voraussetzungen und der Bedingungen für die Zuteilung der Zuschüsse geprüft und die Berechtigung der Subventionen bestätigt. Daraufhin gelangten die Zuschüsse zur Auszahlung.“ Zu dem Vorwurf, dass die Fabrik in der Wirtschaftszone Linkong nur aus ein paar Wänden bestand und dort deshalb gar keine Produktion stattfinden konnte, äußerte sich der Balda-Sprecher nicht.

  • iw
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4 Kommentare zu "Apple-Zulieferer: Balda soll Zuschüsse erschlichen haben"

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  • Ein herzlichens Dankeschön an den Hinweisgeber bezüglich der Buchwert Infos.
    Heute hat es sich gelohnt die Kommentare zu studieren.
    Herzliche Grüße
    Karlfried

  • Ich glaube die Meldung hat den gleichen Wert wie
    "Ein Sack Reis ist in China geplatzt"
    Außerdem ist der Bericht inhaltlich falsch:
    "Der Handyausrüster Balda, bekannt durch seine Zulieferertätigkeit für den US-Konzern Apple"

    Richtig müßte es heißen, Balda hält einen großen Anteil an der TPK der auf aktuellem Kursniveau einen Wert von 9 Euro je Balda Aktie darstellt.

  • Guten Tag,
    TPK notiert aktuell bei 560
    alleine der Anteil der Balda an der TPK ist somit 8,55 Euro wert!
    Nach dem heutigen Kursrutsch auf 5 Euro beträgt der Abschlag somit 71%.
    Damit dürfte die Balda AG die günstigste Aktie in Deutschland sein, und ich persönlich spekuliere auf eine Ausschüttung in Höhe von 5 Euro.

  • Ja was denn nun? Hat die Firma nur auf dem Papier existiert, oder war vielleicht sogar ein Dach auf den Wänden?
    Gut gemacht, deutsch Unternehmen sind lernfähig! List und Tücke ist in China hoch angesehen, don´t worry :-)

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