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22.07.2008 
Quartalszahlen

Apples vorsichtige Prognose enttäuscht

von Jens Eckhardt

Die Erwartungen für Apples drittes Geschäftsquartal 2008 waren hoch. Während iPod, iPhone und iTunes Apples Renaissance als weltweiter Technologiekonzern eingeleitet haben, sind die Mac-Computer nach wie vor ein Renner. Die satten Ergebnisse enttäuschten nicht, einige Wermutstropfen gab es dennoch

Das neue iPhone: Mit dem Mobiltelefon weitet der Konzern seine internationale Reichweite aus. Foto: ReutersLupe

Das neue iPhone: Mit dem Mobiltelefon weitet der Konzern seine internationale Reichweite aus. Foto: Reuters

Im abgelaufenen Quartal steigerte Apple die Erlöse gegenüber dem Vorjahr von 5,41 auf 7,46 Mrd. Dollar. Der Reingewinn nahm gleichzeitig von 818 Mill. auf 1,07 Mrd. Dollar oder 1,19 Dollar pro Aktie zu. Analysten hatten im Schnitt laut Thomson Financial mit 7,37 Mrd. Dollar Umsatz und einem Reingewinn von 1,08 Dollar pro Aktie gerechnet. Die aus dem Firmennamen entfernten Computer sind immer noch der Umsatzmotor von Apple. Im abgelaufenen Quartal setzte das Unternehmen knapp 2,5 Mill. Macintosh-Computer ab, ein Plus von 41 Prozent und ein neuer Absatzrekord. Analysten rechneten optimistisch mit 2,4 bis 2,5 Mill. verkauften Mac-Computern. Zusätzlich verkaufte Apple gut 11 Mill. iPods und 717 000 iPhones, jeweils deutlich mehr als im Vorjahr. Von dem im laufenden Quartal eingeführten neuen 3G iPhone setzte Apple am ersten Wochenende gut eine Million Einheiten ab. Mit 42 Prozent kam fast die Hälfte des Umsatzes aus dem Ausland.

Der Rückgang der Rohgewinnmarge von 36,9 auf 34,8 Prozent war indessen nicht der einzige Wermutstropfen. Bei der Einführung des neuen iPhone gab es erhebliche Startprobleme und Apples neuer E-Mail-Service MobileMe verärgert Kunden mit Blackouts. Darüber hinaus machten wieder Gerüchte um den Gesundheitszustand um Apple-Chef Steve Jobs (53) die Runde. Jobs, der vor vier Jahren an Bauspeicheldrüsenkrebs operiert wurde, sah auf der jüngsten Entwicklerkonferenz abgemagert und blass aus, berichtet die New York Post. Solche Gerüchte haben Gewicht, weil der legendäre Jobs praktisch Apple personifiziert und kein Nachfolger für ihn in Sicht ist. Überdies haben Apple-Dementis wenig Glaubwürdigkeit, nachdem sich das Unternehmen 2003 Monate Zeit, bevor die Öffentlichkeit über Jobs Erkrankung informiert wurde.

Apples Aktienkurs, der das Jahr mit 200 begann und zeitweilig auf unter 120 Dollar fiel, nahm am Montag anfangs zu, gab dann aber deutlich nach, weil Apples Erwartungen für das laufende Quartal enttäuschten. Der Konzern rechnet mit 7,8 Mrd. Dollar Umsatz und einen Dollar pro Anteil Gewinn.

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