Apps für die neue Apple Watch
Bezahlen und Pauken im Handumdrehen

Wer will mit seinem Handgelenk sprechen? Und was bringt so ein kleiner Bildschirm? Viele fragen sich, was die Apple Watch nützt. Wir lassen Entwickler berichten, die Apps gemacht haben – und es teils selbst nicht wissen.
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Düsseldorf/FrankfurtKleiner Bildschirm, große Wirkung? Wenn heute die Apple Watch in den Verkauf geht, fragen sich viele Nutzer noch, was man mit der Computeruhr machen kann. Sie zeigt natürlich die Zeit an, und sie blendet Mitteilungen ein – etwa wenn auf dem Smartphone eine neue E-Mail oder Facebook-Nachricht eintrifft. Auch Anrufe kann man damit entgegennehmen – Michael Knight aus der TV-Serie „Knight Rider“ lässt grüßen.

Doch wie beim Smartphone gilt auch bei der Smartwatch: Auf die Apps kommt es an. Schon zum Start seien rund 1000 Anwendungen verfügbar, ließ Apple-Chef Tim Cook die Mitarbeiter in einer internen Mitteilung wissen. Auch zahlreiche deutsche Unternehmen machten sich an die Arbeit –Start-ups wie Babbel und Wunderlist, aber auch Konzerne wie Bahn und Deutsche Bank haben Erweiterungen für ihre Smartphone-Apps geschrieben, die die Uhr nutzen. Warum die Macher dabei sind und vor welchen Schwierigkeiten sie standen: ein Überblick.

Für die Entwickler der App Mytaxi war gleich klar, dass sie eine App für die Apple Watch programmieren wollen: „Wir sind davon überzeugt, dass die Apple Watch ein Verkaufsschlager wird.“ Allerdings sei die Konzeption schwierig gewesen, berichtet Produktchef Johannes Mewes: Man habe die Bedienung aufs Nötigste reduziert, „damit man die App quasi freihändig nutzen kann“. Die Lösung: Auf einer kleinen Karte werden die Positionen von Fahrgast und Taxi angezeigt, die Bestellung erfolgt mit einem einzigen Klick. Danach sehen Nutzer zusätzliche Infos wie das Kennzeichen des Autos. Bezahlt wird ebenfalls direkt auf dem Handgelenk.

Beim Start-up 6Wunderkinder mit seinem Task-Manager Wunderlist stand die Reduzierung ebenfalls im Mittelpunkt. „Sehr früh haben wir uns entschieden, dass die App nicht alles versuchen sollte, was man schon auf dem Handy, Tablet oder Desktop machen kann“, schreibt Designchef Ben Lehnert in einem Blogeintrag. Die Interaktion solle „hyperrelevant und persönlich“ sein. Nur die wichtigsten Aufgaben sollen zu sehen sein; über die Sprachsteuerung lassen sich Punkte erledigen (etwa im Supermarkt) oder hinzufügen (etwa im Auto).

Wenige Klicks – so lautet die Devise beim Carsharing-Anbieter DriveNow. Die für die Watch optimierte Version zeigt das nächstgelegene Fahrzeug an, ein Klick auf „Reservieren“ sichert das Auto, anschließend navigiert sie dorthin. Am Auto selbst reicht ein Klick, um die Tür zu öffnen.

Wer heute mit der Bahn zur Arbeit pendelt, wird dagegen die Anwendung für die Apple Watch zu schätzen wissen: Die Smartphone-App DB Navigator weist mit Vibrationen auf Verspätungen und anderen Störungen hin – etwa weil der Verkehr nach dem Lokführerstreik noch nicht wieder so rollt, wie er soll. Nutzer können zudem Haltestellen in der Nähe ermitteln und samt Abfahrtszeiten von Zügen, Bussen und Straßenbahnen auf dem Handgelenk anzeigen lassen. Nutzer könnten „quasi im Handumdrehen alle wichtigen Informationen zur Reise“ aufrufen, meint Bahnvorstand Birgit Bohle.

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