Arbeitnehmer überstimmt
Telekom-Aufsichtsrat stimmt Stellenabbau zu

Der Aufsichtsrat der Deutschen Telekom hat zu dem vom Vorstand vorgeschlagenen Stellenabbau seine Zustimmung gegeben. Dabei hätten die Vertreter der Anteilseigner im Aufsichtsrat die Vertreter der Arbeitnehmer überstimmt, sagte ein Telekom-Sprecher am Montagabend im Anschluss an die Sitzung des Gremiums.

HB FRANKFURT. Die Telekom werde nun in die Detailplanung gehen. Die Aufsichtsratssitzung war von bundesweiten Protesten der Telekom-Beschäftigten begleitet worden. Die Telekom will sich bis Ende 2008 von 32 000 Mitarbeitern im Inland trennen. Der Konzern-Vorstand bezeichnete den Abbau von fast einem Fünftel der Belegschaft in Deutschland als notwendig, um der technologischen Entwicklung Rechnung zu tragen.

Von dem geplanten Abbau fast eines Fünftels der Mitarbeiter im Inland am stärksten betroffen ist die Festnetzsparte T-Com, die unter starkem Wettbewerbsdruck steht. Dem Stellenabbau stehen geplante Einstellungen von 6000 Mitarbeitern gegenüber. Unter anderem will die Telekom ihre Vertriebsgesellschaften stärken und ein Glasfasernetz aufbauen. 11 000 der 32 000 Mitarbeiter, die die Telekom verlassen sollen, sind Beamte. Für 6000 von ihnen strebt die Telekom eine Vorruhestandsregelung an.

Vom Ergebnis der Aufsichtsratssitzung macht die Gewerkschaft ihr weiteres Vorgehen abhängig. „Für uns ist klar, dass wir nun Verhandlungen zum Schutz der Beschäftigten aufnehmen werden“, sagte ein Verdi-Sprecher am Abend. Die Gewerkschaft hat den Tarifvertrag über Arbeitszeitkonten zum 31. Dezember 2005 gekündigt. Sollte es in den Tarifverhandlungen nicht zu einem zufriedenstellenden Ergebnis kommen, sei die Gewerkschaft spätestens am 1. Februar 2006 voll streikfähig. Die Gewerkschaft will sich am Dienstag in Bonn zu ihrem weiteren Vorgehen äußern.

Tausende Beschäftigte der Telekom hatten am Montag gegen den geplanten Stellenabbau des Konzerns protestiert. Ein Konzern dürfe nicht Milliardengewinne einfahren und zugleich Stellen abbauen, kritisierte Verdi-Chef Frank Bsirske in Berlin. „Das können wir nicht hinnehmen. Bleibt der Vorstand bei der Linie, werden wir Mittel und Wege finden, Verhandlungen zu erzwingen“, drohte Bsirske mit Arbeitskampfmaßnahmen.

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