Arbeitslose
IT-Branche will Uni-Absolventen aus Südeuropa

Die deutschen IT-Firmen suchen tausende Fachkräfte. Gleichzeitig sitzen unzählige gut ausgebildete Akademiker in Südeuropa auf der Straße. Was liegt näher, als beide Probleme in einem Zug zu lösen.
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Walldorf/BrüsselMit Hilfe einer E-Learning-Plattform will die deutsche IT-Branche etwas gegen die Jugendarbeitslosigkeit in Europa tun - und sich gleichzeitig neue Fachkräfte sichern. Am Mittwoch startete der „Academy Cube“ nach einer Pilotphase in Spanien und Portugal. „Wir stehen vor einem digitalen Wandel“, erklärte SAP-Chef Jim Hagemann Snabe das von SAP und dem Technologiekonzern Bosch mitinitiierte Projekt. „Wenn wir in Europa konkurrenzfähig bleiben wollen, müssen wir mehr Fachkräfte in der IT ausbilden.“

Allein in den Bereichen IT und der Telekommunikation erwartet die EU-Kommission, dass bis 2015 europaweit mehr als 700 000 offene Stellen nicht besetzt werden können. In Deutschland werden nach Schätzungen des Branchenverbandes Bitkom derzeit mehr als 40 000 IT-Experten gesucht.

„Wir müssen hochqualifizierte Berufstätige ausbilden und anlocken, um weltweit erfolgreich zu bleiben“, sagte EU-Kommissarin Neelie Kroes. In Europa ist aktuell fast jeder vierte junge Mensch unter 25 arbeitslos, in Spanien und Griechenland sogar jeder zweite.

Kroes und Snabe hatten die Plattform bereits im März auf der Computermesse Cebit vorgestellt. Nach Spanien und Portugal startet nun in Griechenland eine Pilotphase. Irland, Italien und Frankreich sollen bis Ende des Jahres folgen. Bislang haben sich 35 Studenten registriert. Bis Ende des Jahres können sich 250 Bewerber anmelden. In den kommenden Jahren sollen es bis zu 100 000 Nutzer werden.

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„Durch die Initiative werden wir bekannter“

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  • Vor Jahren ist diese Branche bei uns zusammengebrochen. Tausende Fachkräfte wurden entlasen. Die Ausbildung bei uns scheint so erbärmlich zu sein, dass deutsche Fachkräfte nicht geeignet sind.
    Oder liegt es vielleicht wie sooft daran, daß die Deutschen Geld verdienen wollen, die Konzerne aber Billigkräfte suchen?

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