Arbeitsministerin im Silicon Valley
Andrea Nahles und der Kontrollverlust

Andrea Nahles besucht das Silicon Valley. Die Reise zu Google, Facebook und Co. wird für die Ministerin zu einer Begegnung mit der bunten Arbeitswelt der Zukunft – und ein Experiment mit dem Kontrollverlust.
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BelmontEine Hand an der Fahrertür und ein bisschen Schweiß auf den Wangen, so steht Andrea Nahles (SPD) da an diesem Mittwochmittag. Die Sonne brennt auf den dunkelblauen Stoffblazer der Arbeitsministerin und den Parkplatz in Belmont, einem trüben Ort bei San Francisco. Doch die Sozialdemokratin streckt den Rücken durch. Sie will Bilder produzieren – für die Kameras der Journalisten, für Zuhause, hier auf dem Außenposten des deutschen Autobauers Volkswagen (VW) im Silicon Valley. Bilder, die zeigen sollen, dass die deutsche Arbeitsministerin dem digitalen Wandel, der von der US-Westküste aus die ganze Welt erfasst hat, aufgeschlossen gegenüber steht, und Mega-Konzernen wie Google oder Facebook auf Augenhöhe begegnet.

Nahles sieht verdammt gut gelaunt aus. So gut gelaunt, dass der VW-Mitarbeiter sich windet, bis er ihr bedeutet, sie, die Arbeitsministerin, könne nicht an der Fahrerseite einsteigen. Nein, sie müsse nun leider auf dem Beifahrersitz Platz nehmen. Es handle sich hier um ein selbstfahrendes Modell, das sei nicht ohne weiteres zu lenken. So geschieht es, dass die Ministerin ganz andere Bilder produziert, als eigentlich beabsichtigt. Die Frau, für ihre zupackende Art bekannt, überlässt das Steuer des Audi A7 an diesem Morgen jemand anderem: erst dem VW-Mitarbeiter und später sogar dem Computer.

Und in dem Moment, als der graue Audi mit Nahles auf dem Beifahrersitz über den Parkplatz davon rauscht, beginnt es, das Experiment der deutschen Arbeitsministerin mit dem Kontrollverlust. Mit einem Auto, das plötzlich nicht mehr sie selbst, sondern ein Roboter steuert. Und ein wenig wohl auch mit diesem Silicon Valley, das sich mit der ihm eigenen Nonchalance über staatliche Restriktionen hinweg setzt und die Wirtschaft durcheinander wirbelt – von dem Parkplatz in Belmont, Kalifornien, bis zu den Braunkohletagebau-Brachen in Neukirchen-Vluyn in Nordrhein-Westfalen.

Auf der zweitägigen Tour will die Ministerin die Zukunft der Arbeitswelt inspizieren. Politisch ist das ein geschickter Zug, schließlich steht der deutschen Wirtschaft mit „Industrie 4.0“, der Automatisierung von Arbeit, dem Einsatz von Robotern und dem Internet der Dinge, eine Revolution gegenüber, deren Folgen unabsehbar sind. Einen ersten Ausblick darauf, wie diese Welt schlimmstenfalls aussehen könnte, lieferte die „New York Times“ mit der Recherche über die desaströsen Arbeitsverhältnisse bei Amazon.

Selbst wenn der Bericht über den Psychoterror gegen Angestellte als Resultat der brutalen Profit-Maximierung beim Branchenriesen nur einen kleinen und zugespitzten Ausriss der Realität zeigt, so illustriert er doch einen fundamentalen Wandel. Er widerspricht so ganz dem sozialdemokratischen Weltbild, alle Auswirkungen der Moderne irgendwie abfedern zu können.

Die Digitalisierung wird Arbeitsplätze vernichten. Das kann Nahles nicht ändern. Roboter werden zuerst einfache, dann immer komplexere Jobs übernehmen. Je nach Studie fallen künftig zwischen 30 und 40 Prozent der Arbeitsplätze weg, vor allem im sozialdemokratischen Stamm-Milieu, bei den einfachen Arbeitern.

Kommentare zu " Arbeitsministerin im Silicon Valley: Andrea Nahles und der Kontrollverlust"

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  • IHR hochgelobter Mindestlohn, Frau Nahles !

    Sagen Sie doch den zukünftigen Vollzeitbeschäftigten "bezahlten" Mindestlohn-Opfer, welche RENTE er nach 45 Arbeitsjahren erhalten wird !!!

    Wer nach 45 Jahren ohne Arbeit eine entsprechende Grundversorgung erhält !

    Ich wette mit IHNEN, das der ohne Arbeit um mindestens 130,00 € besser weg kommt !!!

    Aus dieser Entfernung und im diesem LAND werden Sie die LÖSUNG der deutschen Arbeitnehmer-Opfer nicht finden !!!

    Und diese verkommenen Machenschaften wurden durch ROT/GRÜN verursacht !!!

  • Ist doc h schön, wenn solche Typen, die noch nie gearbeitt haben und noch über den Tellerrand geschaut haben, durch hren Job nun endlich mal so richitg reisen können auf Kosten der Steuerzahler

  • Kontrollverlust???

    als wenn Madam jemals die Kontrolle gehabt hätte :-)

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