ARD-Tochter will Studio in Bulgarien kaufen
DVD verhilft Bavaria Film zu Umsatzsprung

Trotz hohen Kostendrucks der Sender auf die Produktionskosten legte Bavaria Film GmbH im abgelaufenen Geschäftsjahr beim Umsatz um fast zehn Prozent zu. Deutschland größtes Filmstudio ("Marienhof", "Die Manns") steigerte seine Erlöse im Geschäftsjahr 2004/2005 auf 264,7 Mill. Euro (Vorjahr: 241,3 Mill. Euro).

HB CANNES. Der Umsatzsprung kommt aber nicht aus dem Kerngeschäft. "Unsere Steigerung bei Erträgen ist vor allem auf das boomende DVD-Geschäft, auf den Zukauf der Nova Film bei Odeon Film und unsere österreichische Filmtochter zurückzuführen", sagte Bavaria-Geschäftsführer Dieter Frank dem Handelsblatt am Rande der Filmmesse Mip-TV in Cannes. Im DVD-Geschäft ("Stalingrad", "Das Boot") hat die Bavaria zusammen mit dem Filmhändler Herbert Kloiber von der Tele-München-Gruppe (Tele 5, RTL 2, Concorde) einen Rekordumsatz von rund 45 Mill. Euro erzielt.

Über Gewinne macht das Münchener Unternehmen, das mehrheitlich im Besitz der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten WDR und SWR ist, traditionell keine genauen Angaben. Er liege im einstelligen Millionenbereich und sei leicht gestiegen, berichtete Frank. Der Cash-Flow, der aus dem Jahresüberschuss und den Abschreibungen ermittelt wird, sank im abgelaufenen Zeitraum allerdings auf knapp 20 Mill. Euro (Vorjahr: 22,4 Mill. Euro).

Im Gegensatz zu den erfolgreichen Randaktivitäten, steht das Kerngeschäft die Film- und Fernsehproduktion unter Druck. Der anhaltende Sparkurs bei den privaten und öffentlich-rechtlichen Fernsehsendern macht den Produktionskonzernen zu schaffen. Die Ufa ("Gute Zeiten, schlechte Zeiten", "Verbotene Liebe") - eine Tochter des Medienriesen Bertelsmann - erwartet keine schnelle Erholung. "Wir haben in Deutschland einen schrumpfenden Markt. Ich sehe kein Netto-Wachstum", sagte Ufa-Chef Wolf Bauer am Dienstag in Cannes. Der Produktionsmarkt sei analog zum Rückgang der Werbeausgaben im Fernsehen in den vergangenen vier Jahren um rund ein Fünftel zurückgegangen. Die Konsolidierung in der Branche läuft unter den anhaltend schwierigen Marktbedingungen auf Hochtouren. Zuletzt kam der Berliner Filmproduzent Senator in schweres Fahrwasser. Von der Marktbereinigung profitiert auch die Bavaria. Die Münchener steigerten ihre Umsätze mit der klassischen Film- und Fernsehproduktion im abgelaufenen Geschäftsjahr noch leicht "Bei der TV-Produktion ist der Kostendruck groß. Es gibt einen deflationären Trend.", bestätigt auch Bavaria-Chef Frank.

Die Bavaria reagiert nun auf den schrumpfenden Heimatmarkt. "Wir wollen wieder stärker in Europa expandieren. Deshalb bieten wir in Bulgarien für das Filmstudio Boyana", sagte Frank. Schon in wenigen Tagen soll die Entscheidung fallen. Wie Brancheninsider berichten, hat die Bavaria auch die Unterstützung der bayerischen Landesregierung. Mit einem Studio in Osteuropa will die Bavaria wieder große amerikanische Studios anlocken. Seit vielen Jahren meiden die US-Majors das teure München für ihre Kinoproduktion.

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