ARD und ZDF zahlen 115 Millionen
Gebührenzahler finanziert Fußball-EM

Die gute Nachricht: Alle entscheidenden Spiele der Fußball-Europameisterschaft 2008 werden frei im Fernsehen zu sehen sein; ARD und ZDF haben sich die Übertragung gesichert. Die schlechte Nachricht: Die Rechnung zahlt der Gebührenzahler. Der Preis ist dermaßen hoch, dass die Sender ihn gerne verheimlicht hätten.

HB/hps SAARBRÜCKEN. Die Übertragungen vereinbarten die öffentlich-rechtlichen Anstalten mit dem Europäischen Fußballverband UEFA, wie die ARD am Montag in Saarbrücken mitteilte. Die Einigung steht allerdings noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Aufsichtsgremien von ARD und ZDF.

Den Kaufpreis für die Senderechte wollten die Sender nicht bekannt geben. Der Sportinformationsdienst SID und die Deutsche Presseagentur berichteten von 115 Mill. Euro für 27 Spiele. Demnach kostet eine Begegnung den Gebührenzahler knapp 4,3 Mill. Euro. Bei der WM 2006 hätten ARD und ZDF für 48 Spiele 180 Mill. Euro gezahlt, was einem Preis von pro WM-Begegnung von 3,8 Mill. Euro entsprochen habe, schreibt der SID.

Der private Fernsehsender RTL hat die Vergabe der TV-Rechte für die Fußball-Europameisterschaft an ARD und ZDF scharf kritisiert. „Mit diesem Deal hat das wahre Pay TV gesiegt. Wir hatten ein sehr attraktives Angebot hinterlegt und wären gerne wie zuletzt bei der WM Juniorpartner der Öffentlich-Rechtlichen gewesen“, sagte ein RTL-Sprecher am Montag. „Doch deren vermeintlich sorgsamer Umgang mit Gebührengeldern hat sich wieder einmal als reine Farce erwiesen. ARD und ZDF haben wie so oft in der Vergangenheit eine Maßlosigkeit beim Sportrechteerwerb an den Tag gelegt, nicht ohne die nächste Gebührenerhöhung bereits angemeldet zu haben.“

An den Intendanten prallt die heftige Kritik wegen zu hoher Preise ab. ZDF–Chef Markus Schächter sprach von „vertretbaren Konditionen“. Fast wortgleich lobt auch ARD-Vorsitzender Fritz Raff das erzielte Ergebnis. „Ich freue mich, dass es nach zähem Ringen nun endlich gelungen ist, dieses großartige Sportereignis rechtzeitig und zu vertretbaren Konditionen zu sichern“, sagte der Intendant des Saarländischen Rundfunks.

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