Arena und Premiere
Partner wider Willen

Nach der Einigung des Bezahlsenders Arena mit seinem Konkurrenten Premiere, bei der Verbreitung der Bundesliga-Live-Spiele über das Kabelnetz zu kooperieren, geben sich alle Beteiligten als Gewinner.

MÜNCHEN / FRANKFURT. „Das ist eine Partnerschaft auf Gegenseitigkeit“, sagte Georg Kofler, Vorstandsvorsitzender der Premiere AG, dem Handelsblatt. Die Vereinbarung lasse beiden Seiten die Freiheit, ihr Geschäftsmodell weiter zu verfolgen. „Der Deal ist das beste, was Premiere geschehen konnte“, meint Analyst Harald Heider von der DZ-Bank. Die Börse war der gleichen Meinung, Premiere-Aktien legten um 20 Prozent auf gut zehn Euro zu.

Der Kursschub hat allerdings die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) wegen des Verdachts auf Insidergeschäfte auf den Plan gerufen. Weil die Premiere-Aktie bereits am Dienstag kräftige Kursgewinne bei auffallend hohen Handelsumsätzen verbuchte, hat die Behörde eine routinemäßige Untersuchung eingeleitet, bestätigte eine Sprecherin dem „Tagesspiegel“.

Arena wertete die Einigung am Donnerstag als einen „pragmatischen Weg“. Dejan Jocic, Geschäftsführer der Arena Sport Rechte und Marketing GmbH, und Georg Kofler hätten die Einigung solide verhandelt. Das Versprechen, die Bundesliga allen Fans über Kabel und Satellit zur Verfügung zu stellen, halte Arena ein, sagte Jocic. Auch die Deutsche Fußball-Liga (DFL) stimmte ins Lob ein: Der Deal sei eine „hervorragende Lösung“ für die Fans. Sogar Kabel Deutschland (KDG), das sich über Monate nicht mit Arena über die Kabelverbreitung einigen konnte, verbreitet offiziell gute Nachrichten: Der Netzbetreiber habe einen finanziellen Verlust vermieden.

Die Lösung ist einfach. Premiere nimmt Arena als neuen Kanal in sein verschlüsseltes Angebot auf. Die Premiere-Programme werden sowieso bereits von KDG übertragen. Damit braucht Arena keinen direkten Deal mehr mit KDG – muss aber Premiere als Partner erdulden. Vorteil für die Kunden: Sie können ihre alten Premiere-Dekoder behalten.

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