Asien ist keine Zukunftsmarkt für Telekom mehr
Telekom muss nach Käufer für Globe-Anteil suchen

Die Deutsche Telekom AG wird ihre Beteiligung an dem philippinischen Mobilfunkunternehmen Globe Telecom Inc nicht an ihre vorkaufsberechtigten Mitgesellschafter veräußern und nun nach anderen Interessenten Ausschau halten. Die während der vergangenen sechs Wochen geführten Verhandlungen seien am Preis gescheitert, verlautete aus Telekom-Kreisen.

Reuters SINGAPUR/MANILA. Das in Singapur ansässige Telekommunikationsunternehmen Singapore Telecommunications Ltd (SingTel) und der philippinische Mischkonzern Ayala Corp teilten am Montag unabhängig voneinander mit, es sei keine Einigung über den Kauf des 24,8-prozentigen Telekom-Anteils an Globe erzielt worden. SingTel hält 29,1 Prozent an Globe und Ayala 32,7 Prozent an dem zweitgrößten und profitabel wirtschaftenden Mobilfunkanbieter der Philippinen.

Telekom hält nach anderen Interessenten Ausschau

Bis vergangenen Freitag hatten die beiden Unternehmen ein Vorkaufsrecht auf den von der Telekom angebotenen Anteil. Aus Telekom-Kreisen verlautete, die Verhandlungen seien an unterschiedlichen Preisvorstellungen gescheitert. Nach dem derzeitigen Börsenkurs von Globe hat der Telekom-Anteil einen Wert von rund 430 Mill. Dollar (rund 380 Mill. Euro). Die Telekom werde nach dem Auslaufen der Vorkaufsfrist nun ihr letztes verbliebenes Engagement auf dem asiatischen Mobilfunkmarkt auch anderen Interessenten zum Kauf anbieten, hieß es in den Kreisen.

Die Telekom will mit dem Abgabe ihres Globe-Anteils ihre Verschuldung von zuletzt 56,3 Mrd. Euro weiter reduzieren. Die bis Jahresende angestrebte Zielspanne von 50 bis 53 Mrd. Euro wird der größte europäische Telekom-Konzern nach Einschätzung der meisten Analysten erreichen. An der Börse wurden die Aktien der Telekom und ihrer asiatischen Partner bei freundlichem Handel mit Aufschlägen notiert.

Asien spielt für Telekom keine Rolle mehr

Die Telekom war in den asiatischen Mobilfunkmarkt in den Jahren 1995 und 1996 eingestiegen und hatte sich an drei Firmen beteiligt. Der Anteil an Globe Telecom steht bereits seit längerem auf der Verkaufsliste. Von der Beteiligung an dem indonesischen Mobilfunkunternehmen Satelindo hatte sich der Bonner Konzern für 361 Mill. Euro bereits im vergangenen Jahr getrennt. Den Anteil an dem malaysischen Mobilfunkanbieter Celcom musste die Telekom Anfang Juni gegen ihren Willen im Zuge der Fusion von Celcom und Telekom Malaysia zwangsweise abgeben. Wegen des von der Telekom als zu gering eingeschätzten Abfindungspreises von rund 97 Mill. Euro läuft gegenwärtig ein internationales Schiedsgerichtsverfahren bei der Internationalen Handelskammer in Paris.

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