ATI mit Gewinneinbruch
Electronic Arts verfehlt Gewinnziele

Die Lieferengpässe von Microsoft bei der neuen Spielekonsole XBox 360 haben auch die Gewinnziele des weltweit größten Computerspiele-Hersteller Electronic Arts (EA) platzen lassen. Parallel sorgte ein schwaches Marktumfeld und harter Wettbewerb bei dem auf spieletaugliche Grafikchips spezialisierten Chiphersteller ATI für einen massiven Gewinneinbruch.

HB SAN FRANCISCO/DÜSSELDORF. Wegen des schleppenden Weihnachtsgeschäfts werde Electronic Arts seine Ziele für das laufende dritte Quartal zu verfehlen, teilte das Unternehmen am Dienstag nach US-Börsenschluss mit. Die eigenen Ziele würden nicht erreicht, weil Microsoft nicht ausreichend die neue Xbox 360 bereitstelle. Zudem warteten viele Verbraucher auf neue Geräte von Sony und Nintendo. Es gebe Gerüchte, dass es im Frühjahr die Playstation drei geben werde. Viele würden daher überlegen, ob sie mit einem Kauf noch warten sollten. Im Vorjahresquartal hatte EA mit dem Spiel „Die Sim's 2“ zudem einen Blockbuster gelandet, der sich im laufenden Quartal nicht wiederholen ließ.

Electronic Arts nannte keine neuen Ziele für das dritte Quartal. Bislang hatte das Unternehmen einen Gewinn in Höhe von 1,18 bis 1,28 Dollar je Aktie bei Umsätzen von 1,48 Mrd. bis 1,58 Mrd. Dollar angepeilt.

Ein Sprecher der Deutschland-Zentrale von Electronic Arts in Köln sagte Reuters, die Verkaufszahlen für die alte XBox seien eingebrochen. Gleichzeitig seien wegen der Engpässe bei der XBox 360 dafür nicht so viele Spiele verkauft worden wie erhofft. „Electronic Arts hat seine Marktanteile weiter ausgebaut, allerdings ist der Markt insgesamt rückläufig.“ Für die nächste Zeit sei EA aber zuversichtlich, wieder zulegen zu können.

Der kanadische Grafikkarten-Spezialist ATI erlitt derweil in seinem Auftaktquartal (zum 30. November) einen massiven Gewinneinbruch. Der Gewinn schrumpfte auf 7,6 Mill. Dollar oder drei Cent je Aktie nach 63,7 Mill. Euro im Vorjahr. Analysten hatten vier Cent je Aktie erwartet. Der Umsatz verringerte sich auf 591 (Vorjahreszeitraum: 614,2) Mill. Euro. Analysten hatten lediglich 549 Mill. Dollar erwartet.

Für das zweite Quartal peilt ATI vor allem Dank seiner neuen X1000-Grafikkarten-Reihe eine Umsatzsteigerung von acht bis zwölf Prozent an. Außerdem sollen integrierte Grafiklösungen für die Chipgiganten Intel und AMD mehr Umsatz und Gewinn bringen. „In Europa sind wir sehr sehr zufrieden, die abgesetzten Stückzahlen liegen weit über unseren Erwartungen,“ sagte Europa-Chef Peter Edinger. Die Nachfrage nach den neuen Top-Produkten sei noch höher als die ohnehin schon optimistischen Erwartungen. „Erfreulich ist für uns, dass viele Endverbraucher nicht mehr nur nach billig, billig Ausschau halten, sondern auch schon im Einstiegsbereich nach anspruchsvollen Lösungen suchen.“

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