AT&T-Chef geht auf die Pirsch
Ein Jäger von Firmen und Vögeln

Im Januar ist Edward Whitacre, Chef des US-Telekomkonzerns AT&T, mit Duane Ackerman, dem Chef des Rivalen Bellsouth, auf die Pirsch gegangen. Er einigte sich mit Ackerman auf die Übernahme von Bellsouth durch AT&T.

NEW YORK. Im Januar ist Edward Whitacre, Chef des US-Telekomkonzerns AT&T, mit Duane Ackerman, dem Chef des Rivalen Bellsouth, auf die Pirsch gegangen. Die beiden Telekom-Topmanager jagten gemeinsam Vögel im südlichen US-Bundesstaat Georgia. Doch Whitacre ging es bei dem Jagdtrip um eine ganz andere Beute: Er einigte sich mit Ackerman auf die Übernahme von Bellsouth durch AT&T.

Der 64-jährige, hochgewachsene Whitacre schmiedet mit seinem jüngsten Deal den größten Telekommunikationskonzern der Welt. Der bullige Mann mit dem kantigen Gesicht, dessen Südstaaten-Akzent seine Herkunft aus Texas verrät, übernahm 1988 eine regionale Telefongesellschaft im texanischen San Antonio. Daraus hat Whitacre mit mehreren Großzukäufen ein Unternehmen gemacht, das bald mit rund 160 Mrd. Börsenwert die europäischen Größen Deutsche Telekom und Vodafone ebenso übertrifft wie den US-Erzrivalen Verizon in New York.

Manche Analysten kritisieren Whitacres Strategie. „Der Ausbau des Imperiums geht weiter“, kommentierte Telekomexperte Jeffrey Halpern vom US-Wertpapierhaus Sanford Bernstein. „Er hat Erfahrung darin, sich Konkurrenten zu Toppreisen einzuverleiben“, schrieb Halpern über Whitacre.

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