AT&T kann auf eine 120-jährige Geschichte zurückblicken
AT&T gilt als Mutter aller Telefongesellschaften

Waren es nun die Deutschen oder die Amerikaner, die Ende des neunzehnten Jahrhunderts das Telefon erfunden haben? Es war wohl jeder auf seine Art: Die Deutschen in Gestalt von Philipp Reis, der 1861 vor dem Frankfurter Physikalischen Verein einen grundlegenden Vortrag über das Telefonieren hielt und einen Apparat präsentierte, der Sprache elektrisch übertrug. In Amerika ließ Alexander Graham Bell 1876 einen entsprechenden Apparat patentieren und gründete ein Jahr später die Bell Telephone Company.

HB DÜSSELDORF. Die 1885 gegründete Bell-Tochter „American Telephone and Telegraph Company“ (AT&T) kümmerte sich ausschließlich um die Vermittlung der Gespräche. Damit wurde AT &T zur Mutter aller Telefongesellschaften.

Um die Jahrhundertwende breitete sich die neue Technik des „Telefonierens“ ähnlich wie das Internet 100 Jahre später explosionsartig aus. Allein zwischen 1894 und 1904 wurden in den USA mehr als 6 000 Telefongesellschaften aus der Taufe gehoben. Die Zahl der Anschlüsse stieg innerhalb weniger Jahre auf mehr als drei Millionen. Und alle nutzen Bells Patente und Technik.

Als der Konzern bereits 1925 unüberschaubar zu werden drohte, entschied sich AT&T für eine Konzentration auf den US-amerikanischen Markt und den ersten Teilverkauf. Der Konzern trennte sich vom Telefon- und Anlagenbau im Ausland, woraus die International Telephone and Telegraph Company, besser bekannt unter dem Kürzel ITT entstand. Doch durch den Betrieb von Ferngesprächen aus den USA verdiente AT&T auch international weiterhin gutes Geld. So kostete 1927 ein dreiminütiges Ferngespräch zwischen den USA und London 75 Dollar – damals ein kleines Vermögen.

Doch die 120-jährige Geschichte von AT&T ist zugleich eine lange reihe staatlicher Regulierungen und Monopolverfahren. Bereits Ende der vierziger Jahre sah sich der Konzern mit einer Monopolklage konfrontiert, die Mitte der fünfziger Jahre zu einer freiwilligen Selbstbeschränkung auf den amerikanischen Markt führte. Doch dort lag der Marktanteil immer noch über 90 Prozent, was in den siebziger Jahren ein weiteres Verfahren zur Folge hatte, das Anfang der achtziger Jahre mit der Verpflichtung zum Rückzug aus dem lokalen Telefonmarkt endete.

1984 teilte sich AT&T auf – in die ehemalige Muttergesellschaft im Ferngesprächsmarkt sowie sieben regionale Anbieter, die so genannten „Baby Bells“, darunter auch SBC. 1996 gliederte AT&T noch die Netztechniksparte aus und brachte sie als Lucent Technologies an die Börse. Doch im Festnetz begann der Stern des Ex-Monopolisten bereits zu sinken. Zuletzt war AT&T nur noch die viertgrößte Telefongesellschaft der USA .

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