AT&T kauft Direct TV
US-Mobilfunker rüsten sich gegen Google und Co

Der zweitgrößte US-Mobilfunk-Anbieter AT&T will den führenden Pay-TV-Sender Direct TV übernehmen – für knapp 50 Milliarden Dollar. Gemeinsam hoffen sie, gegen die wachsende Konkurrenz des Online-TV gewappnet zu sein.
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San FranciscoDer Telekommunikationskonzern AT&T hat am Sonntag die Übernahme des Satelliten-TV-Betreibers Direct TV angekündigt. Die Kaufsumme wird mit 49 Milliarden Dollar angegeben. Es entsteht der größte TV-Konzern über Satellit, Festnetz-Internet und Mobilfunk der USA.

Es ist die zweite Monster-Übernahme in der US-Kommunikationsindustrie seit dem Kauf von Time Warner Cable durch Comcast vor drei Monaten für 45 Milliarden Dollar. Die Angst vor einem Macht-Duopol bei Internet- und TV-Verbreitung in den USA wächst.

Der Kaufpreis wird in Aktien und Bargeld bezahlt und beträgt 95 Dollar pro Direct-TV-Aktie, teilte das Unternehmen am Sonntag mit. Die Aufsichtsgremien beider Unternehmen hätten dem Kauf zugestimmt, der jetzt noch die Prüfungen der Kartellbehörden passieren muss. Die Fusion soll in spätestens zwölf Monaten abgeschlossen sein.

Die beiden Mega-Fusionen sind Marktexperten zufolge eine Folge der sich rapide ändernden Medienlandschaft. Traditionelle Marktteilnehmer wie der Kabelbetreiber Comcast versuchen ihre Positionen im TV-Geschäft zu konsolidieren und Neulinge wie AT&T, die im Internet-TV und im mobilen Internet wachsen, drängen in die Kernbereiche der Kabelanbieter. Alle gemeinsam versuchen sich gegen die vordringende Web-Industrie aus dem Silicon Valley zu verteidigen.

Google mit Youtube, Netflix oder Amazon mit ihren Online-Videodiensten wollen Comcast und Co ersetzen. Auch Yahoo und Microsoft planen den Einstieg in TV-Produktionen. Microsoft wird die Programme über die hauseigene Spielekonsole ausstrahlen.

Der neu entstehende TV- und Videoriese wird 26 Millionen Pay-TV-Kunden in den USA haben, wobei die Kunden von AT&Ts U-verse Breitband-TV einbegriffen sind. Geplant ist durch die Verbindung mit dem Dienst von Direct TV rund 15 Millionen zusätzlichen Kunden in ländlichen Gebieten High-Speed-Internet anzubieten, wenn die Kartellbehörden zustimmen. Das kann als Geschenk an die Politik verstanden werden, die immer wieder die Anbindung des ländlichen USA an das Breitband-Internet fordert.

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