AT&T und T-Mobile
US-Politiker fürchten Mobilfunk-Duopol

Die Übernahme der amerikanischen Telekom-Tochter T-Mobile USA durch den Marktführer AT&T stößt bei amerikanischen Politikern auf Vorbehalte. Vor allem AT&T-Chef Stephenson musste sich kritischen Fragen stellen.
  • 1

US-Politiker beider Parteien fürchten weniger Wettbewerb und steigende Preise für die Verbraucher. Bei einer Anhörung in einem Unterausschuss des Senats musste sich insbesondere AT&T-Chef Randall Stephenson kritische Fragen gefallen lassen. Der Telefonmarkt  könnte „in ein Duopol zurückfallen“, befürchtet etwa der demokratische Senator und Ausschussvorsitzende Herb Kohl.

Die Deutsche Telekom will ihre chronisch erfolglose US-Mobilfunktochter für 39 Millionen Dollar an AT&T verkaufen und hatte den Deal im März angekündigt. AT&T käme nach der Übernahme auf einen Marktanteil von 40 Prozent  gemeinsam mit den zweiten großen großen Anbieter Verizon würde es dann den Mobilfunkmarkt beherrschen, befürchten die Kritiker. AT&T und die Verizon kämen zusammen auf einen Marktanteil von 70 Prozent.

Insbesondere die Nummer drei im Markt, Sprint Nextel, wehrt sich gegen den geplanten Deal. „Wir bitten Sie, Nein zu diesem Zusammenschluss zu sagen“, appellierte Sprint-Chef Daniel Hesse an die Senatoren. Der Deal bringe sein Unternehmen „in die Gefahr, übernommen zu werden“, sagte Hesse, der sich mit AT-T-Chef Stephenson einen Schlagabtausch lieferte.

Die Politiker äußerten über Parteigrenzen hinweg Bedenken. Die Demokraten sehen das Vorhaben ohnehin kritisch, aber auch republikanische Senatoren äußerten Vorbehalte. Sie fürchten einen Rückfall in Zeiten, als AT&T als Monopolist den Telefonmarkt beherrschte und unter dem Spitznamen „Ma Bell“ bekannt war – die Mutter aller Telefonkonzerne. In den 70er-Jahren wurde Ma Bell“ zerschlagen, der Staat schuf mehrere „Baby Bells“. „Ich fürchte, der Zusammenschluss bringt uns einen Schritt weiter zurück zu jenem Monopol, dass wir unter Ma Bell hatten“, sagte Senator Al Franken, ein Demokrat aus Minnesota.

Seite 1:

US-Politiker fürchten Mobilfunk-Duopol

Seite 2:

Kommentare zu " AT&T und T-Mobile: US-Politiker fürchten Mobilfunk-Duopol"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • "....für 39 Millionen Dollar an AT&T verkaufen ...."
    Das ist aber ein Schnäppchenpreis. Hier ist wohl Milliarden gemeint!

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%