AT&T und Time Warner

US-Medienbranche droht Konsolidierungswelle

Klassische Medienunternehmen stehen wegen Online-Videotheken wie Netflix unter Druck. In der Branche nehmen die Übernahmen zu. Doch selbst Donald Trump befürchtet eine zu starke Konzentration in der Medienlandschaft.
Mit der geplanten Übernahme von Time Warner durch den Mobilfunkanbieter AT&T setzt sich die Konzentration in der Medien- und Telekommunikationsbranche fort. Quelle: dpa
AT&T und Time Warner

Mit der geplanten Übernahme von Time Warner durch den Mobilfunkanbieter AT&T setzt sich die Konzentration in der Medien- und Telekommunikationsbranche fort.

(Foto: dpa)

WashingtonDas TV-Geschäft steckt in einer weitreichenden Umwälzung. Vor allem jüngere Menschen schauen ihre Lieblings-Serien und -Filme immer öfter unterwegs über Tablets oder Smartphones, also nicht mehr zu Hause am Fernseher mit dem traditionellen Kabelanschluss. Großkonzerne auch aus anderen Branchen sehen darin erhebliche Chancen und greifen tief in die Tasche, um sich ihren Teil am Kuchen zu sichern.

Jüngstes Beispiel: Der Telekom-Riese AT&T will für mehr als 85 Milliarden Dollar die Time-Warner-Gruppe schlucken, zu der unter anderem der Pay-TV-Sender HBO, der Nachrichtenkanal CNN und das Filmstudio Warner Bros gehören. Solche klassischen Medienunternehmen stehen zunehmend unter Druck. Online-Videotheken wie Netflix und Hulu wachsen rasant. Auch der Online-Handelsgigant Amazon drängt immer stärker in den Medienbereich und offeriert Kunden selbst produzierte Inhalte.

Die neuen Anbieter sorgten für deutlich mehr Wettbewerb, sagt Investor Salvatore Muoio, der an mehreren Medienfirmen beteiligt ist, darunter auch Time Warner: „Die Branche braucht eine Konsolidierung.“ Gelegenheiten wittern hier Infrastrukturanbieter wie AT&T, Verizon und Comcast, die in den USA im Mobilfunk und im Kabelsektor führend sind. Sie wollen ihr Geschäft, das ebenfalls hart umkämpft ist, auf eine breitere Basis stellen, mehr Umsatz erzielen und Kunden enger binden.

Was die Deutschen an den Fernseher fesselt
Platz 10: Luther
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Idris Elba konnte als scharfsinniger Detective John Luther so einige Fälle lösen und damit die Fernsehzuschauer überzeugen. Die Serie umfasst vier Staffeln und wurde auf ZDF neo ausgestrahlt. Wissenschaftler von der Universität Münster haben internationale, englischsprachig produzierte Serien untersucht. Die Studie untersucht die Unterschiede zwischen diesem neuen Serientyp und herkömmlich produzierten TV-Serien und analysiert die Gründe, was solche Serien erfolgreich macht.

Quelle: „Das Phänomen neue Drama-Serien“ (Universität Münster), dpa

Platz 9: Suits
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Die Geschichte rund um den charismatischen Anwalt Harvey Spector (Gabriel macht, rechts) den exzentrischen Louis Litt (Rick Hoffman, Mitte) und den hochintelligenten Mike Ross (Patrick J. Adams, links) konnte das Publikum überzeugen. Geplant sind sieben Staffeln und derzeitig wird die sechste in den USA ausgestrahlt. „Fast jeder zweite Deutsche mit Internet-Zugang kennt zumindest einige Vertreter dieses neuartigen Typs TV-Serie“, sagte der Marketingwissenschaftler Thorsten Hennig-Thurau vor der Vorstellung der Studie mit dem Titel „Phänomen Neue Drama-Serien“ bei der internationalen „Big Data, Big Movies“-Konferenz in Potsdam.

Platz 8: Orange is the New Black
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Die Knastserie basiert auf den gleichnamigen Roman von Piper Kerman und erzählte die Geschichte des Gefängnisaufenthalts von Piper Chapman (Taylor Schilling, Foto). Diese rutschte unfreiwillig während ihre Collegezeit in einen Drogenschmuggel- und Geldwäschering und muss zehn Jahre später die Schuld dafür absitzen.

Platz 7: Shameless
4 von 10

Eine tragische Geschichte mit viel Augenzwinkern: Der alkoholkranke Frank Gallagher (William H. Macy, Mitte) liebt seine Großfamilie, doch neigt auch dazu, sich bis zur Besinnungslosigkeit zu betrinken. So sind die Kinder auf sich allein gestellt, was einige Probleme mit sich bringen kann.

Platz 6: Downtown Abbey
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Die Rückkehr des britischen Kostümdramas: Downtown Abbey erzählt die Geschichte von dem Earl von Grantham Robert Crawley (Hugh Bonneville, Foto). Dieser muss einen Weg finden, sein Erbe nicht einen Fremden zu übergeben. Da er allerdings keinen Sohn hat, könnte sich das schwierig gestalten.

Platz 5: Sherlock
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Conan Arthur Doyles berühmter Detektiv Sherlock Holmes (Benedict Cumberbatch, links) wird zusammen mit seinem Assistenten Dr. John Watson (Martin Freeman, rechts) in die Gegenwart geführt. Dort treffen sie nicht nur auf bekannte Feinde wie Jim Moriarty.

Platz 4: The Walking Dead
7 von 10

Die Zombieserie ums nackte Überleben der letzten Menschen rauscht leider knapp an der Top drei Platzierung vorbei. Sie erzählt nicht nur den Kampf gegen die Untoten, sondern auch gegen andere Gruppen Überlebender und ihre etwas „unüblichen“ sozialen Strukturen.

Als am Freitag erste Spekulationen über den Deal von AT&T und Time Warner bekanntwurden, standen an der Börse sofort zahlreiche Firmen im Fokus, die Analysten zufolge ebenfalls Käufer anlocken könnten. Betroffen waren etwa Discovery Communications, AMC Networks und Scripps Networks Interactive, deren Kurse deutlich zulegten.

Den Startschuss gab 2011 Comcast mit der Übernahme von NBC Universal. Zuletzt schluckte der Kabelanbieter auch das Trickfilmstudio Dream-Works Animation. Comcast will mit den Deals kontrollieren, wie TV-Sendungen und Filme produziert werden und wie diese zum Kunden kommen. Verizon will sich gerade das Kerngeschäft von Yahoo einverleiben, nachdem AOL bereits gekauft wurde. Hintergrund ist, dass der Mobilfunkmarkt in vielen Ländern gesättigt ist und die Wachstumsraten vergangener Tage passé sind. Auch AT&T ist bereits aktiv geworden. So wurden im vergangenen Jahr 48,5 Milliarden Dollar (44,5 Milliarden Euro) in den Satelliten-TV-Anbieter DirecTV investiert. Zudem gibt es im Video-Streaming-Bereich ein Joint Venture.

Fusionen wie zwischen AT&T und Time Warner werden als vertikale Zusammenschlüsse bezeichnet, da sie unterschiedliche Branchen umfassen. AT&T-Chef Randall Stephenson spricht von einer „perfekten Verbindung von zwei Firmen mit komplementären Stärken“. Mit den Inhalten werde AT&T mehr Optionen haben, um Werbekunden anzulocken. Doch in der US-Politik stoßen die Pläne auf Widerstand. Die beiden Präsidentschaftsanwärter Hillary Clinton und Donald Trump äußerten wettbewerbsrechtliche Bedenken. Aus beiden Lagern wurden Warnungen vor einer Konzentration im Medien- und im Telekomgeschäft laut.

Um am Ende grünes Licht für den Deal zu bekommen, wird AT&T womöglich große Zugeständnisse machen müssen. Denn es wird mit einer sehr intensiven Kartellprüfung gerechnet. Comcast musste seinerzeit für den Kauf von NBC Universal 150 Auflagen zustimmen, etwa Abstrichen bei der Beteiligung Hulu und der Zusage, NBC-Programme auch konkurrierenden Streaming-Diensten zugänglich zu machen.

  • rtr
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