Auch Finanzchef muss gehen
Nortel feuert Konzernchef wegen Bilanzfehlern

Ein Ex-Admiral übernimmt nun das Kommando bei dem kanadischen Telekom-Ausrüster.

gbr/Bloomberg/bef OTTAWA. Der kanadische Telekommunikations- Konzern Nortel Networks tauscht wegen eines erneuten Bilanzskandals fast die komplette Führungsriege aus: Präsident und Chief Executive Officer Frank Dunn wurde gestern ebenso entlassen wie Finanzchef Douglas Beatty und der Leiter der Rechnungsprüfung Michael Gollogly. Beatty und Gollogly waren bereits seit Mitte vorigen Monats beurlaubt.

Hintergrund ist die notwendig gewordene rückwirkende Kontrolle der Unternehmensbilanzen. Nach Überprüfung und Neuberechnung der Zahlen für 2003 teilte der Konzern gestern mit, dass der Jahresgewinn voraussichtlich um die Hälfte niedriger liege als zuvor mitgeteilt. Zuvor hatte Nortel die Ergebnisse für 2000 bis 2002 revidiert.

Neuer Konzernchef wir der 63- jährige William Owens, der bisher Nortel-Direktoriumsmitglied war. Der frühere Admiral und Vizechef des obersten Führungsgremiums des US-Militärs muss das Vertrauen der Anleger zurückgewinnen. Die Aktionäre verkauften gestern massenweise die Aktien von Nortel: Der Börsenwert brach binnen weniger Minuten um annähernd 30 % ein.

„Die Frage ist, wie vertrauenswürdig Nortel jetzt noch ist“, sagte Fondsmanager Gavin Graham von der Investmentgesellschaft Guardian Group in Toronto. „Alles, was der Konzern künftig an Ergebnissen vorlegt, muss mehrfach geprüft werden, bevor jemand die Zahlen glaubt“, sagt er.

Der 50-jährige Dunn hatte zuletzt das Vertrauen bei den Anlegern verloren. Die Personalentscheidungen lägen „im besten Interesse des Unternehmens und aller Betroffenen“, sagte Lynton Wilson, Vorsitzender des Direktoriums.

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