Audley Capital will Konzernführung verklagen
Großaktionär von Balda warnt vor Insolvenz

Der Balda-Großaktionär Audley Capital hat eindringlich davor gewanrt, dass dem Unternehmen die Pleite droht. Der Hedge-Fonds fühlt sich von der Konzernführung hintergangen und kündigte an, Vorstand und Aufsichtsrat auf Schadenersatz zu verklagen – in Höhe von bis zu 40 Millionen Euro.

DÜSSELDORF. In einem Brief, der dem Handelsblatt vorliegt, wirft Audley Capital dem Balda-Vorstand vor, dem Unternehmen einen „schwerwiegender Vermögensschaden zuzufügen“, sollte sich Balda tatsächlich wie geplant von der Parität an der Tochtergesellschaft TPK trennen. Das Unternehmen würde hierdurch „einem deutlich erhöhten Insolvenzrisiko ausgesetzt.“ Audley Capital hält zehn Prozent an dem Handyzulieferer aus Ostwestfalen.

Audley-Chef Fondsmanager Michael Treichl spricht damit aus, was offenbar viele Balda-Aktionäre denken. Balda hatte am 30. September angekündigt, seine Anteile an der taiwanesischen Tochtergesellschaft TPK von 50 auf 38 Prozent zu reduzieren. Auch bei der anstehenden Kapitalerhöhung von TPK werde Balda wegen seiner finanziellen Lage nicht mitmachen, so dass die Beteiligung an TPK insgesamt auf 33,5 Prozent sinkt. Der Balda-Kurs stürzte nach Bekanntgabe dieser Pläne um 47 Prozent ab.

Hintergrund ist, dass TPK für die Aktionäre die einzig verbliebene Hoffnung darstellt. Das Tochterunternehmen hatte nach eigenen Angaben bis vor kurzem einen 18monatigen Entwicklungsvorsprung in einer Zukunftstechnologie. TPK produziert berührungsempfindliche Bildschirme (Touch-Screens), die auf mehrere Fingerbewegungen gleichzeitig reagieren. Als Vorzeigeprojekt gilt der Auftrag für das iPhone von Apple. Nach der Begeisterung, die das iPhone auslöste, setzen praktisch alle Handyhersteller auf die Touch-Screen-Technologie. Weitere Anwendungsbereiche für Computermonitoren, Fernseher, und weitere Bildschirme aller Art stehen offen.

Die Balda-Aktie war im Sog des iPhone-Rummels im vergangenen Sommer auf 11,50 Euro gestiegen. Die angekündigten Ergebnissprünge blieben jedoch aus diversen Gründen immer wieder aus und Ende 2007 mussten der Vorstand plötzlich eine Kapitalerhöhung durchführen. Obwohl sich mehrere Großaktionäre, darunter der US-Investor Guy Wyser-Pratte schon damals betrogen fühlten, zeichneten sie die Kapitalerhöhung im Alleingang für zehn Euro pro Aktie und schossen dem Unternehmen rund 70 Mio Euro nach.

Weitere Schwierigkeiten und der völlig missratene Verkauf des europäischen Handyschalengeschäfts von Balda ließen den Kurs dann jedoch abstürzen. Wyser-Pratte, der sieben Prozent an Balda hielt, stieg bei einem Kurs von drei Euro aus.

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