Auf Goldsuche – Teil 2
Auf dem Weg zur Unsterblichkeit

Unsere Redakteurin lebt für zwei Monate in der kalifornischen Bay Area. Zweiter Teil ihrer Kolumne: Ein ungewöhnlicher Präsidentschaftskandidat und woher die Universität Stanford ihren Namen hat.
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San FranciscoIn der vergangenen Woche hat der republikanische US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump einmal mehr mit seinen Äußerungen für Aufregung gesorgt. Barack Obama sei der Gründer der Terrororganisation IS, wetterte er bei einer Wahlkampfveranstaltung in Florida. Und eine Aufforderung, die an die Anhänger der lockeren Waffengesetze in den USA ging, werteten Kritiker Anfang der Woche als Aufruf, auf Hillary Clinton, Trumps Rivalin aus dem Lager der Demokraten, zu schießen.

In Kalifornien lösen solche Äußerungen bei den meisten Menschen Kopfschütteln aus. In dem US-Bundesstaat überwiegen seit Jahrzehnten die Wähler der Demokraten.

Clinton und Trump sind jedoch nicht die einzigen, die sich Präsidentschaftskandidat nennen dürfen. Mit ihnen haben sich bei der diesjährigen Wahl laut einer Übersicht der Federal Election Commission noch 1889 weitere Kandidaten um das Amt beworben. Ob sie letztlich auf einem Wahlzettel landen, ist eine andere Frage, denn dafür gibt es wesentlich strengere Regeln je nach Staat.

Einer der zahlreichen Präsidentschaftsanwärter wohnt in Mill Valley, Kalifornien, nur ein paar Minuten mit dem Bus von San Francisco entfernt. Und na klar, sein Wahlkampfthema hat einen Technik-Fokus. Zoltan Istvan ist Gründer und Präsidentschaftskandidat der Transhumanisten-Partei. Er findet, dass die USA mehr Geld in Forschung stecken sollten, um Menschen mit Hilfe von technischen Ergänzungen unsterblich machen zu können. Er selbst hat sich auch schon einen Chip einpflanzen lassen, der ungefähr die Größe eines Reiskorns hat. Damit kann er das Schloss seiner Haustür öffnen und automatische Nachrichten an bestimmte Handymodelle schicken. Istvan glaubt, dass ein eingebauter Chip in Zukunft etwas ganz normales sein wird.

Istvan macht sich keine Illusionen, dass er die Wahl gewinnen könnte. Die Kandidatur und der jetzige Wahlkampf, den er laut eigenen Angaben komplett selbst finanziert, dient vor allem einem Ziel: Aufmerksamkeit für seine Idee. So berichteten zahlreiche Medien etwa über ihn, als er mit seinem „Immortality Bus“, einem Bus, den er wie einen Sarg gestaltet hatte, durch die USA tourte.
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Über mangelnde Aufmerksamkeit kann sich die Universität Stanford nicht beklagen – ihr Ruf eilt ihr voraus. Stanford hat bei der Ausbildung der neuen Generation von Gründern, Google- und Facebook-Mitarbeitern einen festen Platz im Silicon-Valley-Kosmos. Die Gründer einiger bekannter Unternehmen wie Instagram oder Google haben hier an Vorlesungen und Seminaren teilgenommen. Der volle Name der Universität ist übrigens Leland Stanford Junior University, sie ist benannt nach dem schon früh verstorbenen Sohn der Gründer der Universität, dem ehemaligen kalifornischen Senator Leland Stanford und seiner Frau Jane.

An einem normalen Sommertag, so eine Studentin, die interessierte Besuchergruppen über den Campus führt, kämen in der Regel rund 400 Menschen, um an der kostenlosen Tour teilzunehmen. Rund 33 Quadratkilometer groß ist der mit Palmen übersäte Campus in Palo Alto, in 700 Gebäuden lernen, forschen und leben die Studenten. Ich werde hier noch öfter vorbeischauen, um in Gesprächen mit Professoren, Studenten und Absolventen mehr über das Phänomen Silicon Valley zu erfahren.

Dana Heide ist Korrespondentin in Berlin.
Dana Heide
Handelsblatt / Korrespondentin

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