Auf Partnersuche: Telekom sucht rasche Lösung für T-Systems

Auf Partnersuche
Telekom sucht rasche Lösung für T-Systems

Seit Monaten wurde über Joint-Venture-Lösungen oder gar den Verkauf von T-Systems spekuliert. Nun hat die Deutsche Telekom erstmals öffentlich erklärt, dass sie auch die Beteiligung eines externen Unternehmens am kriselnden IT-Dienstleister erwägt. Die Partnersuche dürfte allerdings alles andere als einfach werden.

FRANKFURT/BONN. Die Deutsche Telekom ist auf Partnersuche für ihren kriselnden IT-Dienstleister T-Systems. Es würden sämtliche Optionen einer strategischen Partnerschaft geprüft, sagte Telekom-Chef René Obermann gestern in Bonn. Seit Monaten wird über Joint-Venture-Lösungen oder gar den Verkauf von T-Systems spekuliert. Letzteres schloss Obermann zwar aus. Auch der Einstieg eines reinen Finanzinvestors sei keine Option, erklärte er gegenüber Analysten. „Aber die Ankündigung heißt am Ende, dass alle Optionen herauskommen können. Es ist allerdings für Spekulationen einfach noch zu früh“, sagte Karsten Leclerque vom Münchener Beratungsunternehmen PAC.

T-Systems-Chef Lothar Pauly sagte am Rande der Veranstaltung, dass er auch eine Minderheitsbeteiligung der Telekom bei einer Partnerschaft für die IT-Sparte nicht ausschließe. Das Ziel sei, ein starkes Gegengewicht gegen die Branchengrößen vom Schlage einer IBM zu bilden. Die Telekom will die Partnersuche schnell angehen und strebt noch 2007 eine Einigung an.

T-Systems bietet den Unternehmenskunden der Telekom Dienstleistungen an, die von der Betreuung der Telefon- und Datennetze über die Wartung von Computern bis hin zu IT-Services wie Outsourcing reichen. Damit zählt der Konzern zu den wenigen Anbietern, die Telekommunikations- und IT-Dienstleistungen aus einer Hand anbieten (ICT).

Allerdings leidet die Telekom-Tochter unter dem harten Wettbewerb und einem erbarmungslosen Preiskampf. So schrumpfte der Umsatz von T-Systems im vergangenen Jahr um 1,8 Prozent auf 12,6 Milliarden Euro. Das Betriebsergebnis rutschte mit minus 881 Millionen Euro in die roten Zahlen. Zudem kämpft T-Systems mit einer schwachen Marktposition im internationalen Geschäft. Genau die soll durch einen Partner für den IT-Bereich verbessert werden. „Der Telekommunikationsmarkt ist bei Großkunden ein stagnierender Bereich“, sagte Obermann: „Die IT verspricht leichte Wachstumsraten.“

Allerdings dürfte die Partnersuche alles andere als einfach werden. Die Frage sei, was T-Systems in eine solche Partnerschaft einbringen könne, sagte ein Branchenkenner und ergänzte: „Die integrierte ICT-Plattform ist ein Argument, steht aber nicht gerade hoch effizient da. Die Marktposition in Deutschland schwindet, und die Stärken in den beiden Bereichen Public Sector und Automobil gibt es anderswo auch.“ Gleichzeitig wird in der Branche auf die starken personellen Überkapazitäten von T-Systems verwiesen. „Das wird sich keiner ans Bein binden“, sagte ein IT-Manager.

Grundsätzlich kämen als Partner international aufgestellte Wettbewerber wie EDS, Atos Origin oder auch CSC in Frage. Sprecher dieser Firmen wollten die Ankündigung des Telekom-Managements allerdings nicht kommentieren.

Dennoch dürften in den kommenden Monaten immer wieder Spekulationen über mögliche Partner aufkommen. „Ich halte den Weg für extrem gewagt. Und mit den jetzt hochschießenden Spekulationen haben sie sich sicherlich keinen Gefallen getan“, sagte Katharina Grimme, Analystin des britischen Marktforschers Ovum mit Blick auf verunsicherte Kunden. „Sinnvoller wäre es aus meiner Sicht gewesen, sich durch kleinere Akquisitionen lokaler Anbieter oder Nischenplayer international zu verstärken.“

Dagegen lobte Leclerque von PAC die neue Offenheit des Managements. „Man hat alles bis ins kleinste Detail analysiert und will die Probleme jetzt angehen. Das ist positiv.“

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