Auf Wachstumskurs
Nokia gewinnt an allen Fronten

Nokias Aufstieg ist nicht zu bremsen: Der Marktanteil steigt, Umsatz und Gewinn legten im zweiten Quartal kräftig zu. Vor allem in Indien, dem am schnellsten wachsenden Mobilfunkmarkt der Welt, brummt das Geschäft. Die Mischung aus Billighandys für Schwellenländer und Nobel-Geräten für Industriestaaten hat sich ausgezahlt. Beim Rivalen Motorola sieht es jedoch gar nicht rosig aus.

pos/HB/DÜSSELDORF/NEU DELHI. Während Nokias Aufstieg nicht zu bremsen ist, geht Motorola in den freien Fall über. Nur mit Mühe konnte der US-Konzern im zweiten Quartal 2007 seinen zweiten Platz der Weltrangliste behauptet. Der Stuhl von Motorola-Chef Ed Zander wackelt immer stärker.

Das Wachstum kommt aus Indien: Der Subkontinent ist für den finnischen Konzern Nokia im ersten Halbjahr 2007 bereits zum zweitgrößten Absatzmarkt noch vor den USA geworden. Das sagte ein blendend gelaunter Nokia-Chef Olli-Pekka Kallasvuo gestern in Neu Delhi. Die Mischung aus Billighandys für Schwellenländer und Nobel-Geräten wie dem Smartphone N95 für Industriestaaten hat sich ausgezahlt: Nach Schätzungen der Marktforschungsfirma Gartner erreichte Nokia im zweiten Quartal einen Marktanteil von 36,9 Prozent, ein Plus von über drei Prozentpunkten.

Der große Verlierer war einmal mehr Motorola. Eine veraltete Produktpalette und der zögerliche Einstieg in die Billigsegmente des Marktes rächten sich für den Massenhersteller. Der Marktanteil sackte von 21,9 Prozent vor einem Jahr auf 14,6 Prozent. Platz zwei vor Samsung sei nur zu halten gewesen, weil mit aggressiven Preisabschlägen Lagerbestände verkauft worden seien, sagt Garter-Analystin Carolina Milanesi.

Die prekäre Lage bringt Konzernchef Zander weiter in Bedrängnis. Er hat zwar zahlreiche neue Modelle angekündigt, aber bis die beim Kunden ankommen, können Monate vergehen. Immerhin haben die drei großen Mobilfunk-Anbieter in den USA – AT&T, Verizon Wireless und Sprint Nextel – mittlerweile zugestimmt, ab September das „Razr2“ zu verkaufen. Der Vorgänger „Razr“ ist mit über 100 Millionen Stück das am besten verkaufte Handy überhaupt.

Auch an der Wall Street stehen die Zeichen auf Sturm. Schon seit März baut der US-Investor Carl Icahn Positionen in Motorola-Aktien auf. Insgesamt haben Icahn und verbündete Fonds runde drei Prozent der Papiere eingesammelt, wie sie vor wenigen Tagen der Börsenaufsicht SEC meldeten. Ein Versuch Icahns, einen Sitz im Aufsichtsrat zu erkämpfen und Zander abzusetzen, war in einem ersten Anlauf gescheitert. Icahn ist bekannt dafür, massiven Druck auf das Management der Unternehmen auszuüben, deren Anteile er hält.

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